Autorin: Dr. rer. nat. Marion Bartel | Diplom-Biochemikerin, Vita 34
Die Geburt eines Kindes ist ein einzigartiger Moment – und oft auch der Beginn vieler neuer Entscheidungen. Eine davon betrifft ein Thema, das vielen werdenden Eltern zunächst fremd ist: Nabelschnurblut. Was genau steckt dahinter? Und warum entscheiden sich manche Familien bewusst dafür, es für den Fall der Fälle aufzubewahren?
Dieser Artikel erklärt verständlich, was Nabelschnurblut ist, wofür es genutzt werden kann und wie es im Rahmen der Geschwisterinitiative von Vita 34 bereits Familien geholfen hat.
Was ist Nabelschnurblut?
Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Geburt eines Babys in der Nabelschnur und der Plazenta verbleibt. Es ist besonders wertvoll, weil es blutbildende Stammzellen enthält.
Diese Stammzellen können sich zu verschiedenen Blutzellen entwickeln und werden heute bereits in der Medizin eingesetzt – zum Beispiel bei bestimmten erblichen Blutkrankheiten, Erkrankungen des Immunsystems oder nach intensiven Krebstherapien.
Wie wird Nabelschnurblut gewonnen?
Die Entnahme erfolgt direkt nach der Geburt, nachdem die Nabelschnur durchtrennt wurde.
- schmerzfrei
- ohne Risiko für Mutter oder Kind
- ohne Eingriff am Baby
Das gesammelte Nabelschnurblut wird anschließend in einem spezialisierten Labor aufbereitet und bei extrem niedrigen Temperaturen kryokonserviert, damit die Stammzellen langfristig erhalten bleiben.
Wofür kann Nabelschnurblut genutzt werden?
Stammzellen aus Nabelschnurblut werden heute bereits bei über 80 Erkrankungen eingesetzt, darunter:
- bestimmte Leukämien
- angeborene Blutkrankheiten wie Thalassämie
- schwere Immundefekte
Besonders relevant ist dabei: Nabelschnurblut eines Neugeborenen kann nicht nur für das Kind selbst, sondern auch für Geschwister geeignet sein.
Ein reales Beispiel: Wenn gespeichertes Nabelschnurblut ein Geschwisterkind rettet
Ein international bekannt gewordener Fall zeigt eindrücklich, welches Potenzial in der Einlagerung liegen kann:
Eine Familie hatte bei der Geburt eines Kindes vorsorglich Nabelschnurblut einlagern lassen. Jahre später erkrankte die ältere Schwester an einer schweren erblichen Blutkrankheit. Die gespeicherten Stammzellen des jüngeren Geschwisterkindes konnten für eine lebensrettende Transplantation genutzt werden.
Solche Fälle sind selten – aber sie zeigen, dass Nabelschnurblut im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen kann.
Die Geschwisterinitiative von Vita 34: Hilfe, wenn sie wirklich gebraucht wird
Auch bei Vita 34, einer der führenden Stammzellbanken in Europa, gibt es Familien, denen eingelagertes Nabelschnurblut geholfen hat – insbesondere im Rahmen der Geschwisterinitiative.
Was bedeutet das konkret?
- Familien, bei denen bereits ein Kind an einer behandlungsrelevanten Erkrankung leidet, können Nabelschnurblut für ein neugeborenes Geschwisterkind gezielt einlagern.
- Das Ziel: Eine mögliche Stammzellquelle innerhalb der Familie zu sichern, falls sie therapeutisch benötigt wird.
- Eltern berichten darüber, wie eingelagertes Nabelschnurblut ihren Kindern tatsächlich geholfen hat: Wie Nabelschnurblut unseren Kunden geholfen hat
Diese Erfahrungsberichte machen deutlich: Nabelschnurblut ist keine abstrakte Zukunftstechnologie, sondern wird real und erfolgreich eingesetzt – auch in Europa.
Häufige Fragen werdender Eltern
Wie wahrscheinlich ist es, dass wir Nabelschnurblut wirklich brauchen?
Die Wahrscheinlichkeit ist insgesamt gering – aber im Fall einer schweren Erkrankung kann es lebensrettend sein, vor allem für Geschwister.
Kann man später noch Nabelschnurblut einlagern?
Nein. Die Entnahme ist nur direkt nach der Geburt möglich.
Ist das Ganze eher Vorsorge oder Medizin?
Beides. Es ist medizinisch anerkannt, aber zugleich eine Form der biologischen Vorsorge.
Fazit: Eine kleine Entscheidung mit großer Bedeutung
Nabelschnurblut ist kein Allheilmittel – aber es kann im richtigen Moment eine echte Chance sein. Die Erfahrungen aus internationalen Fällen und aus der Geschwisterinitiative von Vita 34 zeigen, dass eingelagertes Nabelschnurblut bereits heute Leben verändert.
Für werdende Eltern gilt daher:
Informieren, abwägen, beraten lassen – und dann eine Entscheidung treffen, die sich für die eigene Familie richtig anfühlt.



