Fachlich geprüft durch: Dr. Heike Thüring-Nahler | Diplom-Biologin und KOL Managerin bei Vita 34
Senkwehen gehören für viele Schwangere zu den ersten deutlichen Anzeichen, dass die Geburt näher rückt. Sie treten meist in den letzten Schwangerschaftswochen auf und helfen deinem Baby dabei, tiefer ins Becken zu rutschen. Viele werdende Eltern fragen sich jedoch: Woran erkenne ich Senkwehen? Wie unterscheiden sie sich von Übungswehen oder echten Geburtswehen? Und wann sollte ich ärztlichen Rat einholen? Hier findest du die wichtigsten Antworten verständlich erklärt.
Das Wichtigste auf einen Blick
Senkwehen sind unregelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter, die meist ab der 36. Schwangerschaftswoche auftreten. Sie gehören zur natürlichen Geburtsvorbereitung und helfen deinem Baby, sich tiefer ins Becken zu senken.
✓ Senkwehen beginnen häufig ab der 36. Schwangerschaftswoche, können aber individuell früher oder später auftreten.
✓ Sie sorgen dafür, dass das Baby tiefer ins Becken rutscht und sich auf die Geburt vorbereitet.
✓ Typisch sind ein harter Bauch, Ziehen im Rücken oder Unterbauch sowie unregelmäßige Kontraktionen.
✓ Anders als Geburtswehen werden Senkwehen nicht regelmäßig stärker und lassen häufig durch Wärme oder Entspannung nach.
✓ Nicht jede Schwangere nimmt Senkwehen bewusst wahr – auch das ist völlig normal.
✓ Bei regelmäßigen, stärker werdenden Wehen, Blutungen oder Fruchtwasserverlust solltest du deine Hebamme oder deine Frauenärztin bzw. deinen Frauenarzt kontaktieren.
Inhalt
- Was sind Senkwehen?
- Welche Symptome sind typisch für Senkwehen?
- Ab wann beginnen Senkwehen?
- Senkwehen, Übungswehen oder Geburtswehen – was ist der Unterschied?
- Was hilft gegen Schmerzen bei Senkwehen?
- Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?
- Fazit: Senkwehen sind ein normaler Teil der Geburtsvorbereitung
- Häufige Fragen zu Senkwehen
- Quellen
Was sind Senkwehen?
Senkwehen sind eine Form der geburtsvorbereitenden Wehen. Sie treten meist in den letzten Schwangerschaftswochen auf und sorgen dafür, dass dein Baby tiefer ins Becken rutscht. Dadurch wird der Körper auf die bevorstehende Geburt vorbereitet, ohne dass die eigentliche Geburt bereits beginnt.
Welche Symptome sind typisch für Senkwehen?
Senkwehen äußern sich bei jeder Schwangeren etwas unterschiedlich. Typische Anzeichen sind:
- ein leichtes, unregelmäßiges Ziehen im Rücken oder Unterleib (manchmal bis in die Oberschenkel und ähnlich wie bei einem Muskelkater,)
- ein härter werdender Bauch
- vermehrter Harndrang (dein Baby drückt auf deine Blase)
- Erleichterung beim Atmen (dein Baby rutscht etwas tiefer und lässt mehr Platz für deine Lunge)
Wenn du solche Symptome verspürst, ist es wahrscheinlich, dass dein Körper sich auf die bevorstehende Geburt vorbereitet.
Ab wann beginnen Senkwehen?
Die Senkwehen beginnen häufig zwischen der 36. und 38. Schwangerschaftswoche. Wenn du zum ersten Mal schwanger bist, kannst du etwa ab der 36. Schwangerschaftswoche mit Senkwehen rechnen, also etwa 4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wenn es nicht dein erstes Kind ist, kann es aber auch sein, dass du erst kurz vor der Geburt Senkwehen bekommst, da dein Baby in der Regel schon tiefer im Becken liegt als bei der ersten Schwangerschaft.
Senkwehen, Übungswehen oder Geburtswehen – was ist der Unterschied?
Übungswehen (auch „Braxton-Hicks-Kontraktionen“) bereiten die Gebärmutter auf die eigentliche Geburt vor. Sie können schon ab der 25. Schwangerschaftswoche auftreten und sind meistens schmerzfrei und unregelmäßig. Senkwehen treten ebenfalls unregelmäßig auf, setzen aber oft erst gegen Ende der Schwangerschaft ein und sind zudem mit gewissen Schmerzen verbunden.
Echte Geburtswehen wiederum leiten die Geburt ein. Sie sind regelmäßig und intensiv und nehmen im Verlauf der Zeit an Stärke zu. Ein warmes Bad kann helfen, Übungs- oder Senkwehen zu beruhigen. Echte Geburtswehen bleiben dagegen bestehen oder werden im Verlauf regelmäßiger und stärker. Ein Bad ersetzt jedoch keine medizinische Beurteilung.
Was hilft gegen Schmerzen bei Senkwehen?
Es gibt verschiedene Wege, die Schmerzen bei Senkwehen zu lindern:
- Wärme (eine Wärmflasche oder ein warmes Bad können wahre Wunder wirken).
- Entspannungsübungen (beispielweise aus deinem Geburtsvorbereitungskurs)
- Positions- und Haltungswechsel (z. B. vom Stand in eine bequeme Liegeposition, auf alle Viere oder auf einen Gymnastikball)
- Massagen (z. B. eine sanfte Massage im unteren Rückenbereich)
- Warme Getränke (wärmen von Innen und unterstützen die Entspannung der Muskeln, Vorsicht bei Kräuter-Tees: bitte nur nach Absprache mit deiner Hebamme, deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt).
- leichte Bewegung oder Spaziergänge
- ruhige Atmung
Wann solltest du ärztlichen Rat einholen?
Senkwehen sind normalerweise harmlos und ein natürlicher Teil der Schwangerschaft. Du solltest jedoch mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen, wenn die Wehen doch zu stark und schmerzhaft sind, oder sie regelmäßig auftreten und länger anhalten – oder auch einfach, wenn du unsicher bist. Auch wenn du vaginale Blutungen feststellst oder merkst, dass du Fruchtwasser verlierst, solltest du sofort mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen.
Kontaktiere deine Hebamme oder Frauenärztin bzw. deinen Frauenarzt, wenn
- die Wehen regelmäßig auftreten,
- sie deutlich stärker werden,
- Blutungen auftreten,
- Fruchtwasser abgeht,
- dein Baby sich deutlich weniger bewegt,
- oder du dir Sorgen machst.
Fazit: Senkwehen sind ein normaler Teil der Geburtsvorbereitung
Senkwehen zeigen, dass sich dein Körper Schritt für Schritt auf die Geburt vorbereitet. Auch wenn sie manchmal unangenehm sein können, gehören sie in den meisten Fällen zu einer ganz normalen Schwangerschaft. Mit Ruhe, Wärme und Entspannung lassen sich die Beschwerden oft gut lindern. Solltest du unsicher sein oder ungewöhnliche Symptome bemerken, wende dich jederzeit an deine Hebamme oder deine Frauenärztin bzw. deinen Frauenarzt.
Quellen
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Is it normal to feel fake contractions? 2020. https://www.acog.org/womens-health/experts-and-stories/ask-acog/is-it-normal-to-feel-fake-contractions
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). What are the symptoms of labor? 2020. https://www.acog.org/womens-health/experts-and-stories/ask-acog/what-are-the-symptoms-of-labor
- American College of Obstetricians and Gynecologists. First and Second Stage Labor Management. Clinical Practice Guideline No. 8. Obstetrics & Gynecology. 2024. https://www.acog.org/clinical/clinical-guidance/clinical-practice-guideline/articles/2024/01/first-and-second-stage-labor-management
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Inducing Labour (NG207). 2021. https://www.acog.org/womens-health/faqs/how-to-tell-when-labor-begins
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). S3-Leitlinie: Vaginale Geburt am Termin. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-083



