Das Wichtigste auf einen Blick
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- ✓ Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta sind wertvolle Quellen für unterschiedliche Stammzellarten.
- ✓ Nabelschnurblut wird bereits in etablierten Therapien eingesetzt.
- ✓ Nabelschnurgewebe und Plazenta enthalten mesenchymale Stammzellen für regenerative und immunologische Anwendungen.
- ✓ Die Entnahme ist nur einmalig direkt nach der Geburt möglich.
- ✓ Die Einlagerung aller drei Gewebe schafft die umfassendste Stammzellvorsorge für die Zukunft.
Fachlich geprüft von: Dr. rer. nat. Marion Bartel | Diplom-Biochemikerin, Vita 34
Nach der Geburt stehen Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazentagewebe als wertvollen Quellen für bereits zugelassene und zukünftige Stammzelltherapien zur Verfügung. Nie wieder im Leben wird es so einfach sein biologisch junge, nahezu unbelastete Stammzellen ohne Risiken entnehmen zu lassen. Verpasst man die Chance zur Geburt, ist dieses wertvolle Zellmaterial verloren.
Die in Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta enthaltenen Stammzellen gelten als besonders wertvoll, da sie biologisch jung sind und großes Potenzial für regenerative sowie immunologische Anwendungen besitzen.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind mesenchymale Stammzellen (MSC)?
- Nabelschnurgewebe oder Plazenta: Welche Stammzellquelle bietet welche Vorteile?
- Warum sind Stammzellen aus der Plazenta besonders interessant?
- Welche Vorteile bietet Nabelschnurgewebe als Stammzellquelle?
- Nabelschnurblut: Bewährte Stammzellquelle für etablierte Therapien
- Warum die Kombination aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta besonders wertvoll ist
- Stammzellen bei der Geburt sichern: Warum sich die Einlagerung aller drei Gewebe lohnt
- Quellen
- FAQ: Häufige Fragen
Was sind mesenchymale Stammzellen (MSC)?
Mesenchymale Stammzellen sind vielseitige Zellen, die sich in verschiedene Gewebearten entwickeln können, zum Beispiel:
- Knochenzellen
- Knorpelzellen
- Fettzellen
- Muskelzellen
Außerdem haben sie wichtige unterstützende Funktionen im Körper, wie:
- Förderung von Heilungsprozessen
- Hemmung von Entzündungen
- Unterstützung des Zellwachstums
Diese Eigenschaften machen MSC zu einer spannenden Grundlage für moderne regenerative Medizin (1).
Zwei wichtige Quellen: Nabelschnurgewebe vs. Plazentagewebe
Mesenchymale Stammzellen kommen sowohl im Nabelschnurgewebe (z. B. Wharton-Sulze) als auch in der Plazenta vor. Beide haben unterschiedliche Stärken.
Nabelschnurgewebe oder Plazenta: Welche Stammzellquelle bietet welche Vorteile?
| Eigenschaft | Nabelschnurgewebe (UC-MSC) | Plazentagewebe (P-MSC) |
| Herkunft | Rein kindliche (fötale) Zellen | Mischung aus kindlichen und mütterlichen Zellen |
| Gewinnung | Einfach und standardisiert | Aufwendiger durch komplexe Struktur |
| Zellzusammensetzung | Relativ homogen | Höhere Vielfalt (verschiedene Zelltypen) |
| Biologische Eigenschaften¹ | Gute Differenzierung in Knochen, Knorpel und Fettgewebe | Stärkere immunmodulatorische Wirkung |
| Medizinischer Fokus | Regeneration (z. B. Knorpel, Wunden, Nerven) | Immuntherapien, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen |
| Besonderheit | Sehr gut reproduzierbare Qualität | Hohe sekretorische Aktivität und immunologische Stärke |
Warum sind Stammzellen aus der Plazenta besonders interessant?
Die Plazenta ist ein hochkomplexes Organ – und genau das ist ihr Vorteil:
- Sie enthält besonders vielfältige Zellpopulationen
- Ihre Zellen sind darauf spezialisiert, das Immunsystem zu regulieren (wichtig während der Schwangerschaft)
- Sie zeigen eine stärkere immunmodulatorische Wirkung als andere MSC
Eine wissenschaftliche Studie bestätigt, dass Plazenta-Stammzellen eine besonders ausgeprägte Fähigkeit zur Immunregulation und Signalstoffproduktion besitzen.
Das macht sie sehr interessant für zukünftige Therapien, z. B. bei:
- Autoimmunerkrankungen
- chronischen Entzündungen
- Transplantationsmedizin
Welche Vorteile bietet Nabelschnurgewebe als Stammzellquelle?
Das Nabelschnurgewebe punktet vor allem durch seine Zuverlässigkeit:
- gleichmäßige Zellqualität
- einfache Gewinnung
- sehr gute Standardisierbarkeit
Deshalb gilt es als besonders geeignet für:
- regenerative Therapien
- Gewebeaufbau
- klinisch gut planbare Anwendungen
Kurz gesagt:
👉 Die Nabelschnur ist die „verlässliche Basis“ für Stammzelltherapien.
Nabelschnurblut: Bewährte Stammzellquelle für etablierte Therapien
Neben den mesenchymalen Stammzellen gibt es noch eine dritte wichtige Quelle:
Nabelschnurblut enthält andere Stammzellen
Hier finden sich vor allem hämatopoetische Stammzellen – also solche, die:
- Blut- und Immunzellen bilden
Diese werden bereits heute erfolgreich eingesetzt, z. B. bei:
- Leukämie
- Blutbildungsstörungen
- bestimmten genetischen Erkrankungen
(weit etabliert in der klinischen Anwendung)
Warum die Kombination aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta besonders wertvoll ist
Jede der drei Quellen hat ihre eigenen Stärken:
| Quelle | Stärke |
| Nabelschnurblut | Bewährte Therapie bei Blut- und Immunsystem-Erkrankungen |
| Nabelschnurgewebe | Standardisierte, zuverlässige regenerative Anwendungen |
| Plazenta | Erweiterte Möglichkeiten für Immuntherapien und komplexe Erkrankungen |
Stammzellen bei der Geburt sichern: Warum sich die Einlagerung aller drei Gewebe lohnt
Nach der Geburt stehen diese drei wertvollen Quellen nur ein einziges Mal im Leben zur Verfügung – danach sind sie verloren.
Die Kombination bietet:
✓ maximale therapeutische Bandbreite
✓ Absicherung für heutige und zukünftige Therapien
✓ Zugang zu unterschiedlichen Zelltypen mit komplementären Eigenschaften
Oder einfach gesagt:
👉 Nabelschnurblut deckt etablierte Therapien ab
👉 Nabelschnurgewebe sichert regenerative Anwendungen
👉 Plazenta eröffnet neue medizinische Möglichkeiten
Gemeinsam bilden sie ein einzigartiges biologisches Vorsorgepaket. Ab Juli 2026 wird es erstmals bei Vita 34 möglich sein, in ausgewählten Kliniken auch Plazentagewebe entnehmen zu lassen. Das Kliniknetzwerk wird in den kommenden Monaten weiter ausgebaut, so dass möglichst alle werdende Eltern die Vorsorge mit Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazentagewebe treffen können.
Quellen:
- Nature Scientific Reports: Comparative analysis of MSC from placenta and umbilical cord tissue (stärkere immunmodulatorische Eigenschaften der P-MSC)
https://www.nature.com/articles/srep15784 - Faller / Schünke: Der Körper des Menschen (Thieme Verlag) – Grundlagen zur Plazentastruktur


