Nur bei Vita 34: Familienoption – Nabelschnurblut wird auch auf Eignung für Familienmitglieder geprüft.
Stammzellen
15.05.2026
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Nabelschnur auspulsieren und Nabelschnurblut einlagern – geht das zusammen?

Vergleich von Mengen von Nabelschnurblut in Beuteln

Autorin: Dr. rer. nat. Marion Bartel | Diplom-Biochemikerin, Vita 34

Mit dem Durchschneiden der Nabelschnur wird das Band zwischen Mutter und Kind getrennt. Immer mehr werdende Eltern möchten damit warten, bis die Nabelschnur vollständig auspulsiert ist, gleichzeitig aber auch eine Vorsorge für ihr Baby mit Nabelschnurblut treffen und stehen damit vor einer wichtigen Frage: Möchten wir die Nabelschnur auspulsieren lassen oder Nabelschnurblut einlagern? Zwei Herzenswünsche – die sich ausschließen? 

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Beides sind bewusste Entscheidungen für die Gesundheit eines Kindes. Doch oft entsteht der Eindruck, dass man sich für eines von beiden entscheiden muss. Die gute Nachricht:  Eine gute Versorgung des Neugeborenen Kindes nach der Geburt und die Entnahme von Nabelschnurblut sind beide möglich. 

In diesem Artikel erfährst du:

Was bedeutet „Auspulsieren der Nabelschnur”?

Grundsätzlich werden 3 verschiedene Methoden zum Durchtrennen der Nabelschnur nach der Geburt in Abhängigkeit vom Zeitpunkt unterschieden.  

Beim vorzeitigen Abnabeln wird die Nabelschnur innerhalb von wenigen Sekunden nach der Geburt abgeklemmt und durchtrennt. 

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Beim verzögertem Abnabeln wartet man zwischen 60 bis 90 Sekunden, gibt dem Kind also Zeit sich an das Leben außerhalb vom Mutterleib zu adaptieren und klemmt dann ab. Medizinische Leitlinien empfehlen in der Regel das verzögerte Abnabeln innerhalb von 60-90 Sekunden nach der Geburt. So kann das Neugeborene noch mit Blut aus der Plazenta versorgt werden und bekommt noch einmal eine Extraportion Blut mit. [1] 

Beim Auspulsieren wird mit dem Durchtrennen der Nabelschnur gewartet, bis sie nicht mehr pulsiert. Das kann bis zu 30 Minuten dauern. Auspulsieren kann sich positiv auf die Eisenwerte und Anpassung auswirken, es kann aber auch mit einem leicht erhöhten Risiko für eine Neugeborenengelbsucht einher gehen. 

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Studien zeigen, dass während der Plazentatransfusion (Geburt Kind bis Abnabelung) bis zu 60–120 ml Blut von der Plazenta zum Kind übergehen, wobei mehr als 70 % in den ersten 60-90 Sekunden auf das Kind übergehen. [2] 

Wichtig:

Schon nach etwa einer Minute profitiert das Kind vom zusätzlichen Blutfluss – und gleichzeitig kann meist noch ausreichend Nabelschnurblut gewonnen werden. 

Kann man trotz Auspulsieren Nabelschnurblut entnehmen?

Mit zunehmender Verzögerung der Abnabelung nach der Geburt sinkt die Menge des Nabelschnurbluts, die gewonnen werden kann. Meist problemlos ist eine Nabelschnurblutentnahme beim frühzeitigen Abnabeln möglich. Auch nach verzögertem Abnabeln kann noch Nabelschnurblut entnommen werden. ABER: Je länger gewartet wird, desto weniger Blut kann gewonnen werden! 

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Warum ist der Zeitpunkt so entscheidend? 

 Nach der Geburt ist die Funktion der Nabelschnur erschöpft. Wenn das Neugeborene beginnt selbstständig zu atmen, wird der gesamte Blutkreislauf auf Lungenatmung umgestellt, es fließt kein Blut mehr zur Plazenta und die Gefäße in der Nabelschnur kollabieren. 

Das hat direkte Auswirkungen auf die Stammzellgewinnung: 

  • Frühes oder verzögertes Abnabeln = höhere Blutmenge für Einlagerung   
  • Auspulsieren = sehr geringere bis nicht mehr entnehmbares Volumen   

Eine wissenschaftliche Auswertung zeigt sogar:  Mit zunehmender Verzögerung sinkt die Menge des gewonnenen Nabelschnurbluts deutlich [3] 

Die optimale Balance: Gesundheit & Vorsorge verbinden

Viele Expert:innen empfehlen deshalb einen Kompromiss: 

Verzögertes Abnabeln (ca. 1 Minute)

  • Das Baby profitiert dann von der Plazentatransfusion und 
  • Gleichzeitig kann meist genug Nabelschnurblut für die Entnahme gewonnen werden 

Bei längerem Warten:

  • Entnahme möglich, aber nicht garantiert  
  • Menge und Qualität können deutlich geringer sein

Und wie ist es beim Nabelschnurgewebe?

Der Zeitpunkt des Abnabelns spielt hier keine Rolle 

  • Nabelschnurgewebe kann unabhängig davon entnommen werden   
  • Auch beim Auspulsieren bleibt diese Option erhalten   

Was sollten werdende Eltern konkret beachten?

 Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Geburtsteam 

  • Hebamme oder Arzt einbeziehen   
  • Wünsche klar kommunizieren   

✔ Treffen Sie eine bewusste Entscheidung

Was ist Ihnen wichtig?   

  •  maximale Blutmenge   
  •  oder vollständiges Auspulsieren   

✔ Kompromiss bewusst wählen

Verzögertes Abnabeln (~1 Minute) ist für viele Familien der ideale Mittelweg   

Quellen:

[1] (https://www.who.int/tools/elena/interventions/cord-clamping)[2](https://www.acog.org/clinical/clinical-guidance/committee-opinion/articles/2020/12/delayed-umbilical-cord-clamping-after-birth) 

[2] (https://parentsguidecordblood.org/en/news/timing-umbilical-cord-clamping-and-impact-cord-blood-volume-collected-banking 

[3] (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12108076/ 

Über die Autorin

Dr. rer. nat. Marion Bartel

Diplom-Biochemikerin (Studium an der Martin-Luther-Universität Halle, Promotion an der Medizinischen Fakultät Leipzig)
Seit 24 Jahren bei Vita 34 tätig in den Bereichen Kundenbetreuung und Fachberatung, sowie Referentin zum Thema Stammzellen.
Langjährige Teamleiterin der Fachberatung und pharmazeutische Informationsbeauftragte.

FAQ: Nabelschnur auspulsieren & Nabelschnurblut einlagern - Nabelschnur auspulsieren und Nabelschnurblut einlagern – geht das zusammen?

Quick Facts zur Einlagerung Nabelschnurblut beim Auspulsieren der Nabelschnur

Kann man die Nabelschnur auspulsieren lassen und trotzdem Nabelschnurblut einlagern?

+

Ja. Eine Nabelschnurblutentnahme ist häufig auch nach verzögertem Abnabeln möglich. Besonders bei einer Wartezeit von etwa 60–90 Sekunden kann das Neugeborene zusätzlich Blut aus der Plazenta erhalten und gleichzeitig meist noch ausreichend Nabelschnurblut für die Einlagerung gewonnen werden.

Wie wirkt sich das Auspulsieren der Nabelschnur auf die Nabelschnurblutentnahme aus?

+

Je länger mit dem Abnabeln gewartet wird, desto geringer wird die Menge an entnehmbarem Nabelschnurblut. Beim vollständigen Auspulsieren kann das Volumen so stark reduziert sein, dass keine ausreichende Menge für eine Stammzellgewinnung mehr vorhanden ist.

Was ist der Unterschied zwischen verzögertem Abnabeln und vollständigem Auspulsieren?

+

Beim verzögerten Abnabeln wird die Nabelschnur nach etwa 60–90 Sekunden durchtrennt. Beim vollständigen Auspulsieren wartet man, bis die Nabelschnur nicht mehr pulsiert. Das kann bis zu 30 Minuten dauern.

Warum wird häufig ein verzögertes Abnabeln empfohlen?

+

Verzögertes Abnabeln ermöglicht eine zusätzliche Blutversorgung des Babys über die Plazenta. Studien zeigen, dass mehr als 70 % der Plazentatransfusion bereits in den ersten 60–90 Sekunden stattfinden. Gleichzeitig besteht in diesem Zeitraum häufig noch die Möglichkeit zur Nabelschnurblutentnahme.

Ist nach vollständigem Auspulsieren noch genügend Nabelschnurblut für die Einlagerung vorhanden?

+

Das ist nicht garantiert. Mit zunehmender Dauer bis zur Abnabelung sinken Menge und Qualität des entnehmbaren Nabelschnurbluts deutlich. Deshalb wird vollständiges Auspulsieren häufig mit einer eingeschränkten oder nicht mehr möglichen Nabelschnurbluteinlagerung verbunden.

Kann Nabelschnurgewebe auch beim Auspulsieren entnommen werden?

+

Ja. Die Entnahme von Nabelschnurgewebe ist unabhängig vom Zeitpunkt der Abnabelung möglich. Auch nach vollständigem Auspulsieren kann Nabelschnurgewebe weiterhin gewonnen und eingelagert werden.

Was sollten werdende Eltern vor der Geburt beachten?

+

Es ist sinnvoll, die eigenen Wünsche frühzeitig mit Hebamme, Ärztin oder Arzt zu besprechen. So kann gemeinsam entschieden werden, ob eher das vollständige Auspulsieren oder eine möglichst hohe Menge an Nabelschnurblut im Vordergrund steht.

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