Nur bei Vita 34: Familienoption – Nabelschnurblut wird auch auf Eignung für Familienmitglieder geprüft.
Autismus: Vater hält die Hand eines Kindes, Kind trägt ein Armband mit Symbol für Autismus

Autorin: Dr. Heike Thüring-Nahler | Diplom-Biologin, Vita 34

Autismus ist keine Krankheit, sondern eine neurologische Entwicklungsvariante und Teil der neurodiversen Vielfalt. Menschen im AutismusSpektrum nehmen ihre Umwelt unterschiedlich wahr. Aktuelle Autismus-Forschung untersucht neue Ansätze, darunter Nabelschnurblut als mögliche Quelle für Zelltherapien. Studien in den USA (Duke University) und Europa (CORDUSStudie in Rumänien) zeigen, dass solche Behandlungen sicher sind und bei einzelnen Kindern Verbesserungen beobachtet wurden. Die Therapien sind jedoch experimentell und kein Standard. Akzeptanz und Unterstützung bei Autismus bleiben zentral. 

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Inhalt:

Autismus verstehen: Grundlagen und Definition

Was ist Autismus?

Autismus (Autismus‑Spektrum‑Störung, ASS) ist keine Krankheit, sondern eine neurologische Entwicklungsvariante, die von Geburt an besteht. Das Gehirn verarbeitet Reize, Informationen und soziale Situationen auf eine andere Weise.

Typische Merkmale bei Autismus können sein:

  • Unterschiede in sozialer Kommunikation und Interaktion
  • besondere oder intensive Interessen
  • repetitive Verhaltensweisen
  • erhöhte oder verminderte Sinneswahrnehmung (z. B. Geräusche, Licht, Berührungen)

Autismus ist ein Spektrum: Jede autistische Person ist einzigartig, mit individuellen Stärken, Herausforderungen und Bedürfnissen. Menschen mit Autismus brauchen keine „Heilung“, sondern Verständnis, Akzeptanz und passende Unterstützung. [1]

Autismus & Nabelschnurblut – ein neuer Forschungsansatz

In den letzten Jahren haben Forscher begonnen zu untersuchen, ob Nabelschnurblut – das reich an Stamm‑ und Immunzellen ist – bei Kindern mit Autismus‑Spektrum‑Störung eine Rolle bei der Behandlung spielen könnte. Der Hintergrund: Entzündungsprozesse und immunologische Besonderheiten könnten bei einem Teil der Kinder mit Autismus eine Rolle spielen.

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Autismus-Studien in den USA (Duke University)

Mehrere klinische Studien in den USA, insbesondere an der Duke University, haben Infusionen mit autologem (eigenem) oder allogenem (Spender‑) Nabelschnurblut bei Autismus untersucht [2].

Die bisherigen Ergebnisse zeigen:

  • Nabelschnurblut‑Infusionen sind sicher und gut verträglich
  • Bei einigen Kindern ohne geistige Beeinträchtigung wurden Verbesserungen u. a. in
    Kommunikation, Aufmerksamkeit und sozialem Verhalten beobachtet
  • Keine einheitliche Wirkung bei allen Kindern mit Autismus, insbesondere nicht bei gleichzeitiger geistiger Beeinträchtigung

Wichtig: Die Studien zeigen keine Heilung von Autismus, sondern mögliche symptomatische Verbesserungen bei bestimmten Untergruppen. Die Therapie ist experimentell und kein anerkannter Standard. Weitere Forschung ist notwendig.

Autismus-Forschung in Europa: Klinische Studie in Rumänien

Auch in Europa wird aktiv zur Behandlung von Autismus geforscht. In Rumänien läuft seit 2019 eine registrierte klinische Studie zur Behandlung von Kindern mit Autismus‑Spektrum‑Störung mit autologem Nabelschnurblut:

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  • Studienname: CORDUS
  • Registrierung: ClinicalTrials.gov NCT04007224
  • Leitung: Dr. Felician Stăncioiu (Bioforum Foundation)
  • Durchführung: Medicover‑Kinderkrankenhaus, Bukarest
  • Unterstützung: Bio‑Forum Foundation, in Verbindung mit der FamiCord Group

Die Studie ist als Crossover‑Studie angelegt: Alle teilnehmenden Kinder erhalten nacheinander beide Behandlungsansätze, einmal Nabelschnurblut und Oxytocin. Die Nachverfolgung ist bis zu einem Jahr vorgesehen. Ziel ist es, Sicherheit, Verträglichkeit und mögliche Effekte auf Autismus-Symptome zu untersuchen.[3]

Im Rahmen der Studie wurde zudem ein möglicher Biomarker (Neuronenspezifische Enolase, NSE) identifiziert, der bei vielen autistischen Kindern erhöht war. Dieser Ansatz könnte zukünftig helfen, Autismus besser biologisch zu charakterisieren und Therapien gezielter zu erforschen.

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Auch hier gilt: Die Behandlung ist experimentell und befindet sich in der klinischen Autismus-Forschung. [4]

Einordnung der Autismus-Therapieansätze

Die Behandlung von Autismus mit Stammzellen aus Nabelschnurblut:

  • ✅ wird wissenschaftlich untersucht
  • ❌ ist noch keine zugelassene Standardtherapie
  • ❌ ersetzt keine bewährten Förder‑, Therapie‑ oder Unterstützungsangebote

Entscheidend für die Lebensqualität Menschen mit Autismus bleiben frühe Förderung, inklusive Strukturen, Akzeptanz und individuelle Unterstützung.

Fazit & Ausblick zur Autismus-Forschung

Autismus ist Teil der neurodiversen Vielfalt unserer Gesellschaft. Aktuelle Studien aus den USA und Europa zeigen neue wissenschaftliche Ansätze in der Autismus-Forschung, die vorsichtige Hoffnung geben, aber noch keinen Durchbruch darstellen. Forschung allein reicht jedoch nicht aus – Akzeptanz, Verständnis, frühe Förderung und individuelle Unterstützung bei Autismus bleiben zentral.

Nabelschnurblut gilt als eine junge und vielversprechende Quelle für neue Zelltherapien, da es reich an Stammzellen und Immunzellen ist und früh im Leben gewonnen wird. Besonders autologes (eigenes) Nabelschnurblut steht im Fokus der Autismus-Forschung, da es gut verträglich ist und neue personalisierte Therapieansätze ermöglichen könnte. Ob und für wen daraus künftig wirksame Behandlungen bei Autismus entstehen, muss jedoch durch weitere qualitativ hochwertige klinische Studien geklärt werden.

Quellen

[1] Autismus-Stiftung: Was ist Autismus eigentlich?
https://www.autismus-stiftung.de 

[2] Dawson, G. et al. (2020):
A Phase II Randomized Clinical Trial of the Safety and Efficacy of Intravenous Umbilical Cord Blood Infusion for Treatment of Children with Autism Spectrum Disorder.
The Journal of Pediatrics, Volume 222, Pages 164–173.e5
https://doi.org/10.1016/j.jpeds.2020.03.038

[3] ClinicalTrials.gov:
CORDUS Study – NCT04007224
https://clinicaltrials.gov/study/NCT04007224

[4] FamiCord Group:
Autologes Nabelschnurblut zur Behandlung von Autismus – neue klinische Studie in Rumänien

 

 

Über die Autorin

Dr. Heike Thüring-Nahler

Diplom-Biologin (Promotion, Mikrobiologie und Klinische Immunologie, FAU Erlangen-Nürnberg).

Über 20 Jahre Erfahrung im Vertrieb in Diagnostik, Pharma und Bioscience.

Langjährig tätig für die Stammzellbank Vita 34, seit 2020 im Commercial Bereich und als KOL Managerin.

Dr. Heike Thüring-Nahler

FAQ zu Autismus - Autismus: Forschung, Studien und neue Therapieansätze

Quick Facts

Was ist Autismus?

+

Autismus ist eine neurologische Entwicklungsvariante, die von Geburt an besteht. Menschen mit Autismus nehmen ihre Umwelt anders wahr und verarbeiten Reize sowie soziale Informationen auf individuelle Weise.

Ist Autismus eine Krankheit?

+

Nein, Autismus gilt nicht als Krankheit, sondern als Teil der neurodiversen Vielfalt. Im Mittelpunkt stehen Verständnis, Akzeptanz und individuelle Unterstützung – nicht eine Heilung.

Welche Symptome treten bei Autismus auf?

+

Typische Merkmale von Autismus können Unterschiede in der sozialen Kommunikation, repetitive Verhaltensweisen, intensive Interessen sowie eine veränderte Sinneswahrnehmung sein. Die Ausprägung ist individuell sehr unterschiedlich.

Kann Autismus behandelt werden?

+

Autismus selbst wird nicht „geheilt“. Es gibt jedoch verschiedene Förder- und Unterstützungsangebote, die helfen können, den Alltag zu erleichtern und individuelle Stärken zu fördern.

Welche neuen Therapieansätze gibt es bei Autismus?

+

Aktuelle Forschung untersucht unter anderem den Einsatz von Nabelschnurblut als möglichen Therapieansatz bei Autismus. Diese Behandlungen sind jedoch experimentell und noch kein medizinischer Standard.

Ist die Behandlung von Autismus mit Nabelschnurblut sicher?

+

Studien, beispielsweise aus den USA und Europa, zeigen, dass Nabelschnurblut-Infusionen grundsätzlich sicher und gut verträglich sind. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht eindeutig belegt und wird weiterhin erforscht.

Welche Rolle spielt Forschung bei Autismus?

+

Die Autismus-Forschung untersucht Ursachen, biologische Zusammenhänge und neue Therapieansätze. Ziel ist es, Autismus besser zu verstehen und individuelle Unterstützungsmöglichkeiten zu verbessern.

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