Stammzellen - Bausteine des Lebens

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Aus der ersten Stammzelle, der befruchteten Eizelle, entwickelt sich der ganze Mensch. Durch Vermehrung und Differenzierung entstehen aus Stammzellen mehr als 200 verschiedene Zellarten.

Stammzellen entwickeln sich zu einer Vielzahl von Zelltypen. Durch Neubildung von Zellen und Geweben übernehmen Stammzellen wichtige Reparatur-Prozesse im Körper.

Stammzellen haben drei besondere Eigenschaften:

  1. Stammzellen haben die Fähigkeit, sich zu spezialisieren. Sie sind in der Lage, dass sich eine Tochterzelle nach der Teilung in eine spezialisierte Zelle weiterentwickelt. So tragen sie dazu bei, dass beständig neue Blutzellen, Muskelzellen, Nervenzellen oder Knochenzellen entstehen. Damit sind Stammzellen wahre Alleskönner. Verletzte oder kranke Zellen werden so ersetzt. Stammzellen übernehmen daher wichtige Regenerations- und Reparatur-Mechanismen im Körper.
  2. Stammzellen sind in der Lage, sich durch Replikation selbst zu erneuern. Sie haben das Vermögen sich zu teilen und so eine Kopie mit den gleichen Eigenschaften hervorzubringen.
  3. Stammzellen sind universelle Zellen. Sie haben sich noch nicht in Zelltypen mit bestimmten Funktionen entwickelt.

Diese besonderen Fähigkeiten machen Stammzellen so interessant für die Regenerative Medizin und den therapeutischen Einsatz.

Stammzellen – die Alleskönner zum Regenerieren, Spezialisieren und Reparieren

Jede der ca. 100 000 000 000 000 (100 Billionen) Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

Stammzellen werden als Bausteine des Lebens bezeichnet, denn aus der allerersten Stammzelle entwickelt sich der ganze Mensch.“

Im Körper eines Neugeborenen befinden sich unzählige fleißige, potente und vitale Stammzellen. Neun Monate lang haben sie aus einer kleinen Zelle den neuen Menschen entstehen lassen. Und später helfen sie ihm ein Leben lang, den Reparaturmechanismus des Körpers in Gang zu halten.

Erfahren Sie auf den nachfolgenden Unterseiten noch mehr über die Besonderheiten von Stammzellen und ihrem Potential bei der Anwendung erfolgreicher Stammzellentherapien.

Stammzellarten und Aufgaben

Ist Stammzelle gleich Stammzelle? Nein, Experten kennen verschiedene Stammzelltypen. Embryonale Stammzellen haben andere Eigenschaften als adulte Stammzellen und omnipotente Stammzellen können mehr als unipotente Stammzellen. Und was war gleich nochmal der Unterschied zwischen mesenchymalen Stammzellen und hämatopoetischen Stammzellen? In diesem Überblick erfahren Sie es.

Alleskönner mit besonderen Eigenschaften
Nabelschnur-Stammzellen sind jung, multipotent und unbelastet

Stammzellen aus der Nabelschnur

Die Stammzellen altern mit uns und können durch Krankheiten und Umwelteinflüsse Schaden nehmen. Anders verhält es sich bei den Stammzellen aus der Nabelschnur. Sie werden direkt nach der Geburt sicher und einfach entnommen und dank Kryokonservierung in den Kälteschlaf geschickt. Dort altern sie nicht und bleiben von negativen Umwelteinflüssen und Krankheiten verschont.

Stammzellen einlagern oder spenden

Nabelschnurblut ist zum Wegwerfen viel zu schade. Viele Eltern möchten das Nabelschnurblut ihres Nachwuchses deshalb für die Zukunft aufbewahren. Oftmals stehen sie vor der Frage, ob sie die Stammzellen ihres Kindes öffentlich spenden oder zur individuellen Vorsorge privat einlagern sollen. Bei Vita 34 haben Eltern mit dem Angebot VitaPlusSpende die Möglichkeit, beides zu kombinieren.

Privat vorsorgen oder öffentlich spenden?
Therapien mit Stammzellen sind keine Science Fiction

Anwendungen von Stammzellen

Schon 30 Mal wurden zuvor bei Vita 34 eingelagerte Stammzellen erfolgreich transplantiert. Sie kamen als Therapie-Option bei Krebserkrankungen wie Leukämie und Neuroblastom, bei Blutbildungsstörungen wie Aplastische Anämie oder Beta-Thalassämie, bei Immundefekten wie SCID oder dem Wiskott-Aldrich-Syndrom, frühkindlichem Hirnschaden und kindlichem Typ-1-Diabetes zum Einsatz. Weltweit laufen zahlreiche klinische Studien, um die Eignung von Stammzellen bei der Regeneration geschädigter Gewebe, nach Unfällen oder bei der Behandlung von Krebs zu erforschen.

Wussten Sie schon …? – Interessante Fakten rund um Stammzellen

Die Existenz von Stammzellen postulierte der russische Histopathologe Alexander Maximow erstmalig im Jahr 1909. Er untersuchte die menschliche Embryonalentwicklung. Dort interessierten ihn vor allem die Prozesse rund um die Blutbildung. Seine Grundannahmen sind bis heute gültig. Doch erst im Jahre 1961 gelang es kanadischen Forschern, die Existenz von Blutstammzellen nachzuweisen.

Lange Zeit galt in der Medizin das Dogma: Die Nervenzellen im Gehirn können sich nicht erneuern. Somit kann es keine Stammzellen für Nervenzellen geben. Dass dies ein Irrtum war, stellte sich erst 1998 heraus. Damals entdeckte der schwedische Wissenschaftler Peter Eriksson, dass auch im Gehirn Erwachsener sich beständig neue Nervenzellen aus neuronalen Stammzellen bilden.

Es gibt verschiedene Quellen für Stammzellen. Stammzellen können aus Blut und Knochenmark gewonnen werden. Einfacher und vollständig risikolos ist die Gewinnung von Stammzellen aus der Nabelschnur. Hier kommen sowohl im Nabelschnurblut als auch im Nabelschnurgewebe große Mengen an unbelasteten Stammzellen vor. Eine weitere Stammzellquelle, an der aktuell intensiv geforscht wird, ist das Fettgewebe.