Hirntumor

Hirntumor: Ursachen und Symptome

Hirntumore zählen zu den seltenen Krebserkrankungen und bilden sich vornehmlich im neuroektodermalen Gewebe. Die Mehrzahl der gut- und bösartigen Hirntumore tritt im Kindesalter oder ab dem 70. Lebensjahr auf. Es wird darüber hinaus auch zwischen primärem und sekundärem Hirntumor unterschieden: Der primäre Gehirntumor entsteht direkt aus dem Gehirngewebe oder der Hirnhaut. Der sekundäre Hirntumor resultiert aus der Metastasenbildung anderer Krebsarten.

Als Risikofaktoren und Ursachen wurden bis heute nur wenige Einflüsse sicher nachgewiesen. Ein geringfügig erhöhtes Risiko im Erwachsenenalter an einem Hirntumor zu erkranken, birgt die direkte, radioaktive Bestrahlung des Kopfes im Kindesalter, wie sie zur Behandlung anderer, schwerwiegender Erkrankungen angewandt wird. Einige seltene Erbkrankheiten wie eine Neurofibromatose des Typs 1 und 2, das Turcot-Syndrom, das Li-Fraumeni-Syndrom und das Hippel-Lindau-Syndrom können die Bildung von Hirntumoren begünstigen.

Die Symptome, die ein Hirntumor hervorruft, sind je nach Lage der Wucherung sehr verschieden. Nimmt der Tumor ein zu großes Ausmaß an, kann selbst ein eigentlich gutartiger Tumor schnell lebensbedrohlich werden. Es kommt zunächst zu einem erhöhten Hirndruck, welcher sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, verlangsamten Puls sowie Ödeme auf der Netzhaut des Auges (Stauungspapille) bemerkbar macht. Später kann der Druck auf das gesunde Gewebe und die im Schädel nicht vorhandenen Ausweichmöglichkeiten dazu führen, dass gesunde Areale absterben. Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühl in Gliedmaßen einer Körperhälfte, Muskelschwäche, Schwindel, Sprachstörungen sowie Schluck- und Sehstörungen sind daher weitere Symptome. Überdies kann ein Hirntumor zu epileptischen Anfällen und zu psychischen Veränderungen führen. Die Betroffenen leiden mitunter an Depressionen, Gereiztheit, Angst, Konzentrationsproblemen und Desorientierung.

Hirntumor: Behandlung und Therapie

Einige der Hirntumore sind heilbar, andere nicht. Die Heilungschancen hängen von der Lage des Tumors sowie von der Art der Tumorzellen und deren Wachstumsverhalten ab. Ein Hirntumor kann chirurgisch entfernt werden oder es kommen Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz. Einige Behandlungskonzepte sehen beide Varianten in Kombination vor: Hier dient die Operation dazu, den Tumor vor einer Chemotherapie zu verkleinern und bessere Chancen zur vollständigen Heilung zu erzielen. Sind die Aussichten auf eine Heilung gering oder die Begleiterscheinungen zu stark, hilft eine sogenannte „Supportive Therapie“, bei der Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Infekte oder Blutveränderung medikamentös behandelt werden.

Mit Stammzellen dem Glioblastom zu Leibe rücken

Die häufigste und gefährlichste Hirntumorart ist das Glioblastom. Seine Zellen lassen sich nur schwer von den gesunden Zellen abgrenzen und wachsen oftmals so, dass eine vollständige operative Entfernung des Tumors nicht möglich ist. Im Kampf gegen das Glioblastom soll die Stammzellenforschung helfen. So ist es Wissenschaftlern bereits möglich, Stammzellen in neuronale Vorläuferzellen zu entwickeln. Im Labor werden diese außerdem so modifiziert, dass sie ein bestimmtes Eiweiß bilden, welches bereits das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen nutzt. Im Mäuseversuch führte nach einer Transplantation dieser Stammzellen die verstärkte Konzentration des Eiweißes im Gehirn dazu, dass Krebszellen vermehrt angegriffen und zerstört wurden. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben herausgefunden, dass transplantierte Stammzellen aus Nabelschnurblut sich in sauerstoffarmen Arealen ansiedeln sowie in bestimmte Hirntumore begeben. Der Einsatz von Stammzellen zur Tumorbekämpfung könnte eine vielversprechende Lösung bieten, um bestimmte Wirkstoffe in angemessener Konzentration zum Gehirntumor zu leiten. Damit ließen sich die die Heilungschancen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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