Graft-versus-Host-Disease

Graft-versus-Host-Disease: Ursachen und Symptome

Eine Graft-versus-Host-Disease (GvHD bzw. in Deutsch: Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion) ist eine immunologische Reaktion, die nach einer allogenen Knochenmark- oder Stammzellentransplantation auftreten kann. Stammen die Spenderzellen nicht vom Empfänger selbst, reagieren die T-Lymphozyten des Spenders gegen den Organismus des Empfängers. Die Abwehrreaktion äußert sich beispielsweise durch Hautveränderungen, eine Vergrößerung der Leber und der Milz (Hepatosplenomegalie) und Darmprobleme. Gekoppelt ist die Graft-versus-Host-Reaktion aber oftmals mit einer gewünschten, gegen bösartige Zellen gerichteten Immunantwort (Graft-versus-Leukemia (GvL) oder Graft-versus-Malignancy (GvM)), bei der die zu den Killerzellen gehörenden NK-Zellen des Spenders im Körper des Empfängers befindliche Krebszellen durch Auflösen bekämpfen. Diesen Vorgang bezeichnen Experten als Lysieren. Es wird dann von einem Graft-versus-Malignom-Effekt gesprochen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Graft-versus-Host-Disease nach einer Transplantation auftritt, hängt von der durch das humane Leukozyten-Antigen (HLA) bestimmten Kompatibilität ab. Die Graft-versus-Host-Disease wird in vier Schweregrade eingeteilt, die sich nach der Ausprägung und Anzahl der befallenen Organe richten.

Graft-versus-Host-Disease: Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Graft-versus-Host-Disease erfolgt nach Ausprägung der Reaktion. Handelt es sich um eine akute Graft-versus-Host-Reaktion, die innerhalb der ersten Wochen nach der Transplantation auftritt und den Darm, die Haut sowie die Leber betrifft, werden hochdosierte Kortikosteroide sowie Immunsuppressiva verabreicht. Letztere setzen die Funktion des Immunsystems herab und verhindern somit weitere übermäßige Abwehrreaktionen. Tritt die Reaktion erst nach zwei bis drei Monaten auf, wird von einer chronischen Graft-versus-Host-Disease gesprochen, welche von Veränderungen und Infektionen des Magen-Darm-Traktes begleitet wird. Auch sind die Schleimhäute, die Haut und die Leber betroffen. Die Therapie erfolgt ebenfalls medikamentös mit Prednisolon sowie mit Azathioprin, welche eine hemmende Wirkung auf das Immunsystem zeigen.

Stammzellentherapie – Hilfe für das Immunsystem

Eine Knochenmark- oder Blutstammzellentransplantation ist für Leukämie- und Lymphom-Erkrankte oftmals die einzig wirksame Therapie. Leider bringt diese Nebenwirkungen, wie eine Graft-versus-Host-Reaktion mit sich, die im schlimmsten Falle tödlich verlaufen können. Nun haben Wissenschaftler der Universität Leipzig gemeinsam mit der Nabelschnurbank Vita34 begonnen, zu erforschen, welche Effekte aus Nabelschnurblut gewonnene mesenchymale Stammzellen auf die Graft-versus-Host-Disease haben. Von mesenchymalen Stammzellen ist mittlerweile bekannt, dass sie eine beruhigende Wirkung auf ein aus den Fugen geratenes Immunsystem haben können. Die Transplantation der Stammzellen könnte so eine unerwünschte Abwehrreaktion des Empfänger-Immunsystems positiv beeinflussen und schon bald Leukämie-Patienten ein längeres Leben ermöglichen.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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