Fibromyalgie

Fibromyalgie: Ursachen und Symptome

Eine Fibromyalgie ist eine chronische und weitgehend therapieresistente Erkrankung, bei der die Betroffenen an Schmerzen leiden. Die Schmerzen und in deren Folge auftretende Depressionen sowie Müdigkeit weisen keine klinisch definierbaren Ursachen auf, sodass die Krankheit häufig erst spät erkannt wird. Zu den Symptomen zählen verschieden starke Schmerzen in den Muskeln nahe der Gelenke, andauernde Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, Schlafstörungen, Schwellungsgefühle in den Armen und Beinen, Morgensteifigkeit, Magen-Darm-Probleme, Ängstlichkeit und Depressivität sowie Herzrhythmusstörungen, Haarausfall und Infektionsanfälligkeit.

Viele weitere Begleiterscheinungen können infolge der Fibromyalgie auftreten, was dazu führt, dass die Patienten zunächst oftmals als Hypochonder abgestempelt werden und viele verschiedene Ärzte besuchen. Die Krankheit kann spontan auftreten, oft nach einer grippeähnlichen Erkrankung, aber auch Stress und eine Überreizung des Nervensystems können einen schleichenden Beginn der Fibromyalgie begünstigen. Das Vollbild der Erkrankung entwickelt sich in der Regel erst nach sieben bis acht Jahren.

Die Ursachen einer Fibromyalgie sind weitgehend ungeklärt, dennoch wird zwischen einer primären und der sekundären Fibromyalgie unterschieden. Von der primären Fibromyalgie sprechen Experten, wenn sich kein Auslöser der Schmerzkrankheit ausfindig machen lässt. Tritt die Erkrankung hingegen infolge einer anderen Krankheit auf, handelt es sich um eine sekundäre Fibromyalgie, die durch Infektionskrankheiten oder rheumatische Erkrankungen begünstigt wurde. Psychosomatische Erkrankungen, Störungen im Hormonhaushalt sowie Tumorerkrankungen, Traumata und mangelnde Bewegung können ebenso eine Fibromyalgie verursachen und verstärken.

Fibromyalgie: Behandlung und Therapie

Eine Fibromyalgie kann nicht geheilt werden, daher ist die Behandlung von Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensqualität geprägt. Eine der heute angewandten Therapien ist die multimodale Schmerztherapie, die den Einsatz von Medikamenten mit einem Trainingsplan für ein Sport- und Funktionstraining und physikalischen Therapien kombiniert. Hier eingesetzte Medikamente sind Antidepressiva, Opioide sowie Dopaminagonisten. Eine Sport- und Funktionstherapie soll darüber hinaus das Herz-Kreislauf-System anregen, die Müdigkeit reduzieren und Gelenkbeschwerden lindern. Weiterhin helfen physikalische Therapien wie Thermalbäder, Entspannungsmethoden und Wärmebehandlungen. Eine Ernährungstherapie, bei der die Erkrankten ihre Ernährung vollständig auf vegane Rohkost umstellten, zeigte ebenfalls positive Auswirkungen.

Stammzellentherapie

Neuere Forschungen bezüglich der Ursachen der Fibromyalgie vermuten eine veränderte Anzahl und Anordnung der sensorischen Nervenendigungen im Unterhaut-Bindegewebe der Betroffenen, was zu einer Fehlleitung der Impulse führt. Bestätigt sich diese Vermutung, könnte hier unter Umständen eine Stammzellentherapie helfen. Als Basis böten sich neuronale Stammzellen an, die aus induzierten, pluripotenten Stammzellen gewonnen werden.

Von mesenchymalen Stammzellen ist außerdem bekannt, dass sie bei chronischen Entzündungen in das kaputte Gewebe einwandern und dort Reparaturprozesse beginnen. Auch werden mesenchymale Stammzellen mittlerweile genutzt, um ein aus den Fugen geratenes Immunsystem zu beruhigen. Diese vor allem bei Autoimmunkrankheiten eingesetzten Ansätze könnten auch Fibromyalgie-Patienten zugutekommen. Allerdings gibt es bislang bei diesem Krankheitsbild keine klinischen Studien zur Wirksamkeit einer Stammzellentherapie. Einige Institute bieten jedoch experimentelle Heilversuche mit autologen Stammzellen an.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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