Chronische myeloische Leukämie

Chronische myeloische Leukämie: Ursachen und Symptome

Die chronische myeloische Leukämie (CML) ist eine schleichend beginnende Form von Blutkrebs, die mit einer Vermehrung der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen, im Blut und im blutbildenden Knochenmark einhergeht. Ähnlich wie bei der chronischen lymphatischen Leukämie treten zu Beginn der Erkrankung zunächst keine oder nur leichte Symptome auf, sodass die Diagnose häufig bei einer Routineuntersuchung gestellt wird. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Vergrößerung der Milz und später auch der Leber. Die chronische myeloische Leukämie verläuft in drei Phasen:

– der häufig mehrere Jahre andauernden chronischen Phase,
– der Akzelerationsphase und
– der Blastenkrise, welche unbehandelt bereits nach wenigen Wochen zum Tod führt.

Als Ursache für Leukämie werden beispielsweise Chemikalien wie Benzol, ionisierende Strahlung sowie eine vorangegangene Chemotherapie vermutet.

Behandlung und Therapie der chronischen myeloischen Leukämie

Die Standardtherapie der chronischen myeloischen Leukämie besteht in der Gabe von Tyrosinkinasehemmern in der chronischen Phase. Diese hemmen das Enzym Tyrosinkinase, welches nur von Leukämiezellen gebildet wird. Diese Behandlung kann die Krankheit in vielen Fällen über Jahre hinweg aufhalten und verursacht außerdem relativ wenig Nebenwirkungen, da sie sich gezielt gegen die Blutkrebszellen richtet, während bei einer Chemotherapie auch gesunde Zellen zerstört werden. Die Gabe der Tyrosinkinasehemmer erfolgt lebenslang und erfordert regelmäßige Kontrollen des Blutbildes und des Knochenmarks. Alternative Behandlungen sind die Chemotherapie und die Interferontherapie, die das Wachstum bösartiger Zellen hemmt. Diese beiden Therapieformen erzielen bei der chronischen myeloischen Leukämie jedoch nicht so gute Erfolge wie die Therapie mit Tyrosinkinasehemmern.

Bessere Heilungschancen durch Stammzellforschung

Die einzige Möglichkeit, die chronische myeloische Leukämie dauerhaft zu heilen, ist eine allogene Stammzelltransplantation. Dabei wird zunächst durch eine hoch dosierte Chemotherapie das Immunsystem des Patienten zerstört. Anschließend werden ihm blutbildende Stammzellen eines Spenders zugeführt, die nun ein neues und gesundes blutbildendes System aufbauen. Dabei kann es jedoch zu lebensgefährlichen Infektionen und Abstoßungsreaktionen kommen, weshalb diese Therapie nur für wenige Patienten mit dieser Erkrankung infrage kommt.[1] Wissenschaftler untersuchen derzeit Methoden, diese sogenannten Graft-versus-Host-Reaktionen zu vermeiden. Sie nutzen außerdem induzierte pluripotente Stammzellen, um einerseits mehr über den Krankheitsverlauf der verschiedenen Leukämieformen zu erfahren und andererseits, neue Wirkstoffe an den künstlich gezüchteten Blutkrebszellen zu testen.

Quellen

[1]: Vgl. u.a.: Hochhaus, A; Berger, U.; Reiter, A. (et al.): Akteulle Therapiekonzepte bei chronischer myeloischer Leukämie : Die Studie IV der Deutschen CML-Studiengruppe. IN: Internist, 2002 – 43, 1228 – 1244. DOI: 10.1007/s00108-002-0706-6.
und Maywald, O.; Berger, U.; Hochhaus, A. (et al.): Chronische myeloische Leukämie. IN: Die Medizinische Welt – aus der Wissenschaft in die Praxis, 2004 (Vol. 55): Heft 9, S. 274-277.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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