Blastocyste

Was ist die Blastocyste und wie entsteht sie?

Bei der Blastocyste handelt es sich um ein Entwicklungsstadium der Embryogenese. Die Embryonalentwicklung beim Menschen beginnt mit der Befruchtung der Eizelle (Zygote) und führt über Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bis hin zur Bildung der Organanlagen.

Die erste Phase der Embryogenese dauert etwa zwei Wochen und wird als Blastogenese bezeichnet. Aus der befruchteten Eizelle entsteht in den ersten vier Tagen zunächst die Morula, die sich noch im Eileiter befindet und von der schützenden Zona pellucida umgeben ist. In dieser Phase teilen sich die Zellen (Blastomere) in eine innere und eine äußere Zellmasse, wobei die äußeren Zellen untereinander undurchlässige Zellverbindungen ausbilden und so die innere Zellmasse vom äußeren Flüssigkeitsmilieu trennen.

Dadurch schaffen sie die Grundlage zur Bildung der Blastocyste. Diese ist zunächst weiterhin von der Zona pellucida umhüllt und besteht außerdem aus einer äußeren Zellschicht (Trophoblast), einer zellfreien Keimblase (Blastocystenhöhle) sowie einer inneren Zellmasse (Embryoblast). Die Blastocyste wird nun größer und löst sich allmählich aus der festen Zona pellucida. Der Trophoblast fängt etwa am fünften bis sechsten Entwicklungstag an, sich an der Gebärmutterschleimhaut festzusetzen, womit die Einnistung beginnt. Aus dem Trophoblasten entwickeln sich die Plazenta und die Eihäute, während aus dem innen liegenden Embryoblast der Embryo heranwächst.

Gewinnung von Stammzellen aus Blastocysten

Die Blastocyste enthält verschiedene Zelltypen, unter anderem auch embryonale Stammzellen. Diese sind bis zum Morula-Stadium totipotente Stammzellen, danach nur noch pluripotente Stammzellen. Pluripotent bedeutet, dass sich die Stammzellen weiterhin in alle Zellen des Organismus ausdifferenzieren können, da sie noch nicht auf eine bestimmte Gewebeart festgelegt sind. Es kann sich im Unterschied zur Totipotenz jedoch kein komplett neuer Organismus aus ihnen mehr bilden.

Für die Forschung sind embryonale Stammzellen sehr interessant, denn Wissenschaftler hoffen, mit ihrer Hilfe verschiedene Krankheiten behandeln zu können. Um sie jedoch gewinnen zu können, muss die Blastocyste zerstört werden, was ethisch sehr umstritten ist. Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ist daher in vielen Ländern sehr stark reglementiert.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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