Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall: Ursachen und Symptome

Jeder Mensch besitzt eine Wirbelsäule mit 23 Wirbelkörpern, zwischen denen sich Bandscheiben befinden. Bandscheiben sind flexible Knochenverbindungen, die als Puffer zwischen den Wirbeln fungieren. Verrutscht der von einem Bindegewebsring aus Faserknorpeln umgebene Gallertkern (Nukleus pulposus) und reißt dabei die Hülle der Bandscheibe, ist von einem Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) die Rede. Hier tritt der gallertartige Kern der Masse heraus und kann Druck auf die im Rückenmark entspringenden Spinalnerven ausüben. Dies verursacht beim Betroffenen starke, bis in die Gliedmaßen ausstrahlende Schmerzen. Auch Lähmungen und ein Taubheitsgefühl sind möglich. In wenigen Fällen geht ein Bandscheibenvorfall aber auch gänzlich ohne Beschwerden einher.

Die Erkrankten sind oftmals zwischen 30 und 50 Jahre alt. Zumeist sind Wirbel im Lendenwirbelbereich betroffen, in seltenen Fällen aber auch Hals- und Brustwirbel. Risikofaktoren sind vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Ursache findet sich aber meistens in einer alters- und belastungsbedingten Veränderung des äußeren Bindegewebsrings, der an Stabilität verloren hat.

Bandscheibenvorfall: Behandlung und Therapie

Treten bei einem Bandscheibenvorfall keine Lähmungen auf, wird zu einer konservativen, das heißt nicht operativen, Behandlung über einen Zeitraum von drei Monaten geraten. Dies kann eine Physiotherapie sein, die die durch Verspannungen verursachten Schmerzen lindert. Unterstützend wirkt oftmals auch eine Wärmebehandlung. Der Physiotherapeut gibt außerdem Anleitung zum Trainieren der Bauch- und Rückenmuskulatur. Für Patienten eignen sich besonders gut rückenfreundliche Sportarten wie Schwimmen, Aerobic, Jogging, Skilanglauf, Tanzen und Radfahren. Vermieden werden sollte eine Schonhaltung. Sie sorgt dafür, dass sich Muskeln zurückbilden und andere Bereiche die falsche Belastung auffangen müssen. Eine begleitende Schmerztherapie erleichtert den Betroffenen die Rückkehr in ein aktives Leben und ermöglicht eine normale Haltung. Tritt nach dieser Behandlung keine Besserung der Symptome ein oder bleiben Lähmungen bestehen, muss über eine Operation des Bandscheibenvorfalls entschieden werden.

Stammzellen gegen degenerierte Bandscheiben

Bereits seit einiger Zeit ist die Stammzellenforschung bemüht, eine Lösung für Menschen mit degenerierten Bandscheiben zu finden. Einige Experimente, bei denen die Gewinnung und Vermehrung von körpereigenen Stammzellen aus dem Knochenmark, dem Fettgewebe oder dem Nabelschnurgewebe erfolgte, wurden bereits durchgeführt. Das Ziel der Regenerativen Medizin ist hierbei klar umrissen: Aus patienteneigenen Stammzellen sollen neue Bandscheiben gezüchtet werden. Nach einem Bandscheibenvorfall ließe sich die verschlissene Bandscheibe entfernen und durch eine neue, elastische Bandscheibe ersetzen.

Die neuesten chirurgischen Verfahren arbeiten zwar noch nicht mit komplett neugezüchteten Bandscheiben, allerdings kommen bereits schon heute Stammzellen zum Einsatz. Dabei wird das im Rahmen einer Bandscheibenoperation abgetragene Knorpelgewebe im Labor aufbereitet. Die darin enthaltenen Stammzellen lassen sich isolieren und in einer Nährlösung kultivieren. Haben sich die Stammzellen ausreichend vermehrt, werden sie zusammen mit Wachstumsfaktoren und Hyaluronsäure in die betroffene Bandscheibe injiziert. Sie sollen dabei helfen, dass sich die geschädigte Bandscheibe von selbst regeneriert, indem dort beispielsweise der Zellstoffwechsel verbessert wird.

Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

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Im Blutkreislauf Ihres Babys befinden sich Millionen Stammzellen. Nach dem Abnabeln bleibt ein Rest dieses stammzellreichen Blutes in der Nabelschnur zurück. Zwischen 60 und 200 Milliliter des kostbaren Gutes “Nabelschnurblut” können bei einer Punktion der Nabelschnurvene gewonnen werden. Die Gewinnung der Nabelschnurblut-Stammzellen ist einfach, sicher, schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Und noch ein Vorteil: Die Stammzellen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig intakt, in der Regel virenfrei, äußerst agil und teilungsfreudig.

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