Nabelschnurblut Anwendungen
Sind kranke Zellen nicht auch schon im Nabelschnurblut enthalten? / Können die eigenen Stammzellen in jedem Fall genutzt werden?
+Das ist stark abhängig von der Art der Erkrankung und dem Erkrankungsstadium. Bei bestimmten Formen der Leukämie, die bereits im Säuglings-/Kleinkindalter auftreten können, sind erkrankte Zellen unter Umständen schon im Nabelschnurblut enthalten. Bei den häufigsten Formen von Lymphknoten-Krebs ist das wiederum nicht der Fall. Bei Krebserkrankungen handelt es sich in der Regel nicht um erblich bedingte, sondern um erworbene Erkrankungen, für die aber eine genetisch bedingte Veranlagung bestehen kann. Dabei bedeutet Veranlagung, dass das Risiko diese Erkrankung zu bekommen, erhöht sein kann, aber eben nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig auftritt. Grundsätzlich kann die Frage, ob genetische Veranlagungen in der Familie und bekannte genetische Veränderungen beim Ungeborenen zu einer Beeinflussung der Anwendbarkeit führen nicht pauschal beantwortet werden. Wir empfehlen deshalb eine individuelle Beratung durch unsere Fachberatung, kostenfrei erreichbar unter : 0800 034 00 01 (D) oder 00800 034 00 000 (L).
Ausführlichere Alternative: Ob die eigenen Stammzellen nach einer Hochdosis-Chemotherapie verabreicht werden oder fremde Stammzellen zu bevorzugen sind, müssen die behandelnden Ärzte der Patient*innen final entscheiden. Dabei kommt es zunächst darauf an, welche Grunderkrankung vorliegt und ob diese erblich bedingt oder im Laufe des Lebens erworben wurde. Bei Blutbildungsstörungen wie Thalassämie oder Sichelzellanämie handelt es sich um angeborene genetische Erkrankungen, die entsprechend mit Stammzellen eines nicht betroffenen Spenders behandelt werden müssen. Auch bei der Diagnose Leukämie setzt man vorzugsweise Stammzellen eines Fremdspenders ein. Der Hauptgrund dafür ist der so genannte Graft-versus-Leukämie-Effekt, der die Fähigkeit der Immunzellen des Spenders beschreibt, eventuell verbliebene leukämische Zellen des Empfängers zu eliminieren. Dadurch erleiden Leukämie-Patienten, die Stammzellen eines Fremdspenders erhalten haben, weniger Rückfälle. Dies schließt jedoch eine Behandlung mit eigenen Stammzellen des Patienten nicht grundsätzlich aus.
Die FamiCord-Gruppe mit ihrer Marke Vita 34 hatte sowohl im behördlich zugelassene Einsatzbereich für Stammzellen aus dem Nabelschnurblut als auch im Forschungsbereich der regenerativen Medizin autologe (Eigenanwendungen von Nabelschnurblut), als auch allogene Anwendungen (Abgabe an einen anderen Empfänger, als dem Kind selbst).
Wofür wurde Nabelschnurblut bisher angewendet?
+Bereits 1988 wurde Nabelschnurblut zum ersten Mal angewendet. Dabei handelte es sich um die Behandlung eines Geschwisterkinds mit Fanconi Anämie. Über die erste autologe Anwendung, also dem Einsatz eigenen Nabelschnurblutes, wurde 1999 berichtet. Seitdem wurde Nabelschnurblut mehr als 60.000 Mal zur Behandlung von etwa 80 Erkrankungen eingesetzt. Der in Deutschland behördlich zugelassene Einsatzbereich für Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bildet die Transplantation der blutbildenden Stammzellen für den Wiederaufbau des Knochenmarks und des Immunsystems nach einer Hochdosis-Chemotherapie, beispielsweise nach Erkrankungen des Blutsystems (z. B. Hodgkin-Lymphom), bösartigen Blutzellvermehrungen (z. B. Leukämien, Multiples Myelom), bösartigen Gewebebildungen/ soliden Tumoren (z. B. Neuroblastom), Immundefekten (schwerer kombinierter Immundefekt) oder Blutbildungsstörungen (z. B. Aplastische Anämie, ß-Thalassämie).
Neben dieser klassischen Therapie, werden Stammzellen im Rahmen der sich neu entwickelnden regenerativen Medizin erprobt. Die Einsatzgebiete innerhalb der regernativen Medizin liegen aktuell im Bereich der klinischen Forschung. In zahlreichen Studien weltweit wird versucht, Nabelschnurblut als Behandlungsansatz für verschiedenste Erkrankungen zu etablieren. Therapien, die in klinischen Studien erforscht werden, sind beispielsweise die Behandlung von Hirnschädigungen (z. B. Zerebralparese), die Behandlung von Herzfehlern, Lungenerkrankungen, Rückenmarksverletzungen oder auch Autoimmunerkrankungen (z. B. Morbus Crohn).
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