Nabelschnurblut – Alter & Gewicht
Kann ich unser Nabelschnurblut für mehrere Behandlungen verwenden?
+Um den Behandlungserfolg, vor allem beim Wiederaufbau des Knochenmarks nach Hochdosis-Chemotherapie, zu maximieren, wird üblicherweise das gesamte Nabelschnurblut verwendet. Zudem wird das Nabelschnurblut, auch wenn es in mehreren Portionen eingefroren wird, grundsätzlich als ein Präparat betrachtet, das komplett abgegeben werden muss.
Bis zu welchem Gewicht und/oder Alter kann unser Kind mit seinem Nabelschnurblut behandelt werden? Können auch Erwachsene mit Nabelschnurblut behandelt werden?
+Von Bedeutung im Hinblick auf eine spätere Anwendung ist neben der Art der Erkrankung in erster Linie die Anzahl der eingelagerten Zellen. Für den Einsatz zum Wiederaufbau des Knochenmarks nach Hochdosis-Chemotherapie existieren bereits Empfehlung im Hinblick auf die benötigte Zellzahl. Das sind bei einer autologen Transplantation (eigenes Nabelschnurblut) 1,5 x 107 kernhaltige Zellen pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers. Die Anzahl der kernhaltigen Zellen im Nabelschnurblut hängt vom entnommenen Volumen schwank aus biologischen Gründen von Kind zu Kind. Einen Einfluss haben auch der Geburtsverlauf und der Zeitpunkt des Abnabelns. Daher werden sowohl das Volumen als auch der Zellgehalt des Nabelschnurblutes von uns für jedes einzelne Nabelschnurblut bestimmt.
Man muss aber bedenken, dass unterschiedliche Anwendungsgebiete auch unterschiedliche Transplantationsanforderungen haben werden und somit auch die benötigte Zellmenge für die Behandlung unterschiedlich sein werden.
Wenn die Anzahl der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen kernhaltigen Zellen nach dem aktuellen Stand von Medizin und Wissenschaft für bestimmte Anwendungen nicht ausreicht, dann gibt es Alternativen. Zum einen haben Ärzte grundsätzlich die Möglichkeit, weitere Stammzellquellen (z. B. Knochenmark) zu nutzen, was in der Praxis derzeit auch praktiziert wird. Zum anderen gibt es Methoden, die entnommenen hämatologischen Stammzellen zu vermehren. Diese Methoden haben bereits den Weg vom Labor in den Klinikalltag gefunden und werden aktuell im Rahmen umfangreicher klinischer Studien erprobt.
Für andere Anwendungsbereiche im Rahmen klinischer Studien und Heilversuche gibt es derzeit noch keine definierten Empfehlungen bzgl. der einzusetzenden Stammzellmenge. Im Rahmen dieser Studien wird jedoch unter anderem genau dies ermittelt, um künftig solche Zielwerte angeben zu können.
Gibt es Möglichkeiten das Nabelschnurblut oder die Stammzellen im Nabelschnurblut zu vermehren?
+Die Techniken, um Nabelschnurblut-Stammzellen zu vermehren werden seit Jahren intensiv beforscht und im Rahmen klinischer Studien getestet. Durch die Firma Gamida Cell wurde 2023 in den USA durch die FDA ein Produkt für die Vermehrung allogener Nabelschnurblute zugelassen. Eine Zulassung in Europa und für autologe Präparate liegt aktuell jedoch noch nicht vor.
Wenn die Anzahl der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen kernhaltigen Zellen nach dem aktuellen Stand von Medizin und Wissenschaft für bestimmte Anwendungen nicht ausreicht, haben Ärzte grundsätzlich die Möglichkeit, weitere Stammzellquellen (z. B. Knochenmark) zu nutzen, was in der Praxis derzeit auch praktiziert wird.
Derzeit ist die Wissenschaft bestrebt, im Bereich der klinischen Einsatzgebiete, bekannte Anwendungen zu evaluieren und neue Verwendungsgebiete für Stammzellen aufzuzeigen. Der sich schnell entwickelnde Bereich der Regenerativen Medizin befasst sich mit dem Wiederaufbau verschlissenen, erkrankten oder durch äußere Einflüsse zerstörten Gewebes aus idealerweise körpereigenen Stammzellen. Die Zellen könnten zur Linderung der Folgen von Herzinfarkt und Schlaganfall, zur Regeneration von Lebergewebe oder bei degenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. Je jünger die dafür verwendeten Stammzellen sind und je weniger sie schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt waren, desto besser eignen sie sich für derartige Einsatzgebiete. Deshalb gelten kurz nach der Geburt kältekonservierte Nabelschnurblutstammzellen als besonders wertvoll für die Regenerative Medizin. Man geht davon aus, dass für diese Anwendungsfelder weniger Nabelschnurblutstammzellen benötigt werden, als für die Rekonstitution des Knochenmarks nach Hochdosis-Chemo- bzw. Strahlentherapie erforderlich sind.
Bis zu welchem Gewicht und/oder Alter kann unser Kind mit seinem Nabelschnurblut behandelt werden?
+Die Menge an benötigtem Nabelschnurblut oder besser die Zellzahl wird von der Erkrankung abhängen, die behandelt werden soll. Aktuell gibt es bereits Empfehlungen, wie viele Zellen pro Kilogramm Gewicht bei einem Patienten zum Wiederaufbau des Knochenmarks nach Hochdosis-Chemotherapie eingesetzt werden sollen. Das sind bei einer autologen Transplantation (eigenes Nabelschnurblut) 1,5 x 107 kernhaltige Zellen. Die absolute Anzahl dieser Zellen hängt vom Volumen des entnommenen Nabelschnurblutes ab und ist von Kind zu Kind verschieden. Das Volumen des Blutes und die Zellzahl werden zusätzlich durch den Geburtsverlauf und den Zeitpunkt des Abnabelns beeinflusst. Da sowohl das Volumen als auch der Zellgehalt des Nabelschnurblutes sehr stark schwanken können, werden diese Werte von uns für jedes einzelne Nabelschnurblut bestimmt. Das geschieht auch, um für eine potenzielle Anwendung in der Zukunft bestmöglich vorbereitet zu sein.
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