Anwendungen
Nabelschnurblut Anwendungen
Wofür wurde Nabelschnurblut bisher angewendet?
+Bereits 1988 wurde Nabelschnurblut zum ersten Mal angewendet. Dabei handelte es sich um die Behandlung eines Geschwisterkinds mit Fanconi Anämie. Über die erste autologe Anwendung, also dem Einsatz eigenen Nabelschnurblutes, wurde 1999 berichtet. Seitdem wurde Nabelschnurblut mehr als 60.000 Mal zur Behandlung von etwa 80 Erkrankungen eingesetzt. Der in Deutschland behördlich zugelassene Einsatzbereich für Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bildet die Transplantation der blutbildenden Stammzellen für den Wiederaufbau des Knochenmarks und des Immunsystems nach einer Hochdosis-Chemotherapie, beispielsweise nach Erkrankungen des Blutsystems (z. B. Hodgkin-Lymphom), bösartigen Blutzellvermehrungen (z. B. Leukämien, Multiples Myelom), bösartigen Gewebebildungen/ soliden Tumoren (z. B. Neuroblastom), Immundefekten (schwerer kombinierter Immundefekt) oder Blutbildungsstörungen (z. B. Aplastische Anämie, ß-Thalassämie).
Neben dieser klassischen Therapie, werden Stammzellen im Rahmen der sich neu entwickelnden regenerativen Medizin erprobt. Die Einsatzgebiete innerhalb der regernativen Medizin liegen aktuell im Bereich der klinischen Forschung. In zahlreichen Studien weltweit wird versucht, Nabelschnurblut als Behandlungsansatz für verschiedenste Erkrankungen zu etablieren. Therapien, die in klinischen Studien erforscht werden, sind beispielsweise die Behandlung von Hirnschädigungen (z. B. Zerebralparese), die Behandlung von Herzfehlern, Lungenerkrankungen, Rückenmarksverletzungen oder auch Autoimmunerkrankungen (z. B. Morbus Crohn).
Sind kranke Zellen nicht auch schon im Nabelschnurblut enthalten? / Können die eigenen Stammzellen in jedem Fall genutzt werden?
+Das ist stark abhängig von der Art der Erkrankung und dem Erkrankungsstadium. Bei bestimmten Formen der Leukämie, die bereits im Säuglings-/Kleinkindalter auftreten können, sind erkrankte Zellen unter Umständen schon im Nabelschnurblut enthalten. Bei den häufigsten Formen von Lymphknoten-Krebs ist das wiederum nicht der Fall. Bei Krebserkrankungen handelt es sich in der Regel nicht um erblich bedingte, sondern um erworbene Erkrankungen, für die aber eine genetisch bedingte Veranlagung bestehen kann. Dabei bedeutet Veranlagung, dass das Risiko diese Erkrankung zu bekommen, erhöht sein kann, aber eben nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig auftritt. Grundsätzlich kann die Frage, ob genetische Veranlagungen in der Familie und bekannte genetische Veränderungen beim Ungeborenen zu einer Beeinflussung der Anwendbarkeit führen nicht pauschal beantwortet werden. Wir empfehlen deshalb eine individuelle Beratung durch unsere Fachberatung, kostenfrei erreichbar unter : 0800 034 00 01 (D) oder 00800 034 00 000 (L).
Ausführlichere Alternative: Ob die eigenen Stammzellen nach einer Hochdosis-Chemotherapie verabreicht werden oder fremde Stammzellen zu bevorzugen sind, müssen die behandelnden Ärzte der Patient*innen final entscheiden. Dabei kommt es zunächst darauf an, welche Grunderkrankung vorliegt und ob diese erblich bedingt oder im Laufe des Lebens erworben wurde. Bei Blutbildungsstörungen wie Thalassämie oder Sichelzellanämie handelt es sich um angeborene genetische Erkrankungen, die entsprechend mit Stammzellen eines nicht betroffenen Spenders behandelt werden müssen. Auch bei der Diagnose Leukämie setzt man vorzugsweise Stammzellen eines Fremdspenders ein. Der Hauptgrund dafür ist der so genannte Graft-versus-Leukämie-Effekt, der die Fähigkeit der Immunzellen des Spenders beschreibt, eventuell verbliebene leukämische Zellen des Empfängers zu eliminieren. Dadurch erleiden Leukämie-Patienten, die Stammzellen eines Fremdspenders erhalten haben, weniger Rückfälle. Dies schließt jedoch eine Behandlung mit eigenen Stammzellen des Patienten nicht grundsätzlich aus.
Die FamiCord-Gruppe mit ihrer Marke Vita 34 hatte sowohl im behördlich zugelassene Einsatzbereich für Stammzellen aus dem Nabelschnurblut als auch im Forschungsbereich der regenerativen Medizin autologe (Eigenanwendungen von Nabelschnurblut), als auch allogene Anwendungen (Abgabe an einen anderen Empfänger, als dem Kind selbst).
Nabelschnurblut Anwendungen Vita 34
Wofür wurden Nabelschnurblute angewendet, die zuvor bei Vita 34 eingelagert waren?
+Vita 34-Nabelschnurblute wurden im Rahmen der klassischen Therapie – also nach einer Hochdosis-Chemotherapie, um die irreversibel zerstörten blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und damit den Ort der Blut- und Immunzellbildung, zu regenerieren – nach folgenden Grunderkrankungen eingesetzt:
- Leukämien / bösartige hämatologische Erkrankungen (z. B. AML/ALL)
- Blutbildungsstörungen (z. B. Aplastische Anämie, Thalassämie, Fanconi-Anämie)
- Solide Tumore (z. B. Neuroblastom)
- Immundefekte (z. B. SCID, Wiskott-Aldrich-Syndrom)
- Stoffwechselerkrankungen (z. B. α-Mannosidose, Sphingolipidose)
Zudem wurden Vita 34-Nabelschnurblute als Behandlungsansatz für regernative Erkrankungen im Rahmen von klinischen Studien und Heilversuchen angewendet, beispielsweise bei der Behandlung von:
- Autoimmunerkrankungen (Diabetes mellitus Typ-1)
- Frühkindlichen Hirnschäden
- Schlaganfall
- Autismus
Warum wurden bisher nur so wenige privat eingelagerte Nabelschnurblute angewendet?
+Die FamiCord-Gruppe (Vita 34 ist eine Marke der FamiCord AG) als drittgrößte Nabelschnurblutbank weltweit hat insgesamt 249 Nabelschnurblute für therapeutische Zwecke eingesetzt (Stand: 06/2025).
Die meisten Nabelschnurblute im FamiCord-Konzern wurden zur privaten Vorsorge für die Kinder selbst eingelagert. Zum Glück sind nur wenige Kinder bisher so schwer erkrankt, dass sie ihr eigenes Nabelschnurblut brauchten.
Die FamiCord AG mit ihrer Marke Vita 34 als älteste private Nabelschnurblutbank in Europa lagert Nabelschnurblute seit 1997 am Standort in Leipzig ein. Unsere ältesten Kund*innen sind also junge Erwachsene. Sie alle haben noch ihr ganzes Leben vor sich und wir hoffen, dass sie gesund bleiben. Wir wissen aber, dass mit steigenden Alter das Risiko für Erkrankungen (z. B. Krebs) teilweise sprunghaft ansteigt und auch die medizinische Forschung voranschreitet. Insofern erwarten wir mit der Zeit deutlich mehr Anwendungen als aktuell.
Hat die Anzahl der angewendeten Nabelschnurblute etwas mit der Qualität der eingelagerten Nabelschnurblute zu tun?
+Ob ein Nabelschnurblut für eine Therapie geeignet ist, hängt davon ab, welche Erkrankung auftritt und, in welchem Lebensalter diese vorkommt. So spielt bei bestimmten Erkrankungen eine Rolle, wie viele Stammzellen im Nabelschnurblut vorhanden sind und, ob diese Anzahl für das Körpergewicht der zu behandelnden Person ausreicht. Es kann also durchaus einmal passieren, dass ein Nabelschnurblut im Kindesalter einsetzbar wäre, aber z. B. für das Gewicht eines Erwachsenen nach heutigen Empfehlungen nicht ausreichend ist. Methoden entwickeln sich zum Glück jedoch weiter. So könnte die Vermehrung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut für die Zukunft das Problem kleinerer Zellmengen lösen.
Das eingelagerte Nabelschnurblut soll angewendet werden
Wer entscheidet, ob mein Nabelschnurblut angewendet wird?
+Diese Entscheidung wird immer durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt getroffen. Vita 34 stellt im Falle einer Anfrage für eine Anwendung dem Behandlungszentrum über einen entsprechenden Bericht alle zur Qualitätsbeurteilung erhobenen Befunde und Ergebnisse der Auswertungen zum Nabelschnurblutpräparat zur Verfügung. Zusätzlich werden vor einer therapeutischen Anwendung aus Rückstellproben Testungen am Nabelschnurblut durchgeführt und auch diese Ergebnisse bereitgestellt. Das Behandlungszentrum meldet Vita 34 zurück, ob das Nabelschnurblut therapeutisch eingesetzt werden soll.
Was muss ich tun, wenn mein Nabelschnurblut für eine Behandlung verwendet werden soll?
+Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wird sich mit uns in Verbindung setzen und das Nabelschnurblut mit dem Einverständnis der sorgeberechtigten Eltern bzw. des volljährigen Kindes offiziell „abrufen“. Vorab benötigen wir eine Einwilligung, dass wir die Daten zum Nabelschnurblut an die Ärzte weitergeben dürfen. Wenn die Einverständniserklärung vorliegt, wird durch Vita 34 ein ausführlicher Bericht zum Nabelschnurblutpräparat erstellt und den Ärzten zur Verfügung gestellt. Parallel werden die erforderlichen Untersuchungen vor der Anwendung anhand einer Rückstellprobe gestartet und über einen Mundschleimhautabstrich ein Confirmatory Typing (Fingerprint) oder eine HLA-Typisierung durchgeführt. Die Koordination zur Vorbereitung der Abgabe und den Transport in einem Dryshipper zur Klinik übernimmt Vita 34.
Was kostet mich eine Behandlung mit Nabelschnurblut?
+Die Kosten für eine Behandlung zur Wiederherstellung der Blutbildung und des Immunsystems werden in Deutschland von den Krankenkassen übernommen.
Die Kosten für individuelle Heilversuche oder die Teilnahme an Patient*innen-Studien werden aktuell noch nicht von den Krankkassen übernommen und müssen ggf. selbst getragen werden. Ebenso können wir keine Aussage treffen, ob eine Übernahme der Behandlungskosten bei einer Anwendung im Ausland erfolgen würde. Einen Pauschalbetrag für eine Therapie können wir nicht benennen, da es darauf ankommt, welche zusätzlichen Untersuchungen und begleitende Behandlungen notwendig sind und wo die Behandlung am Ende erfolgt.
Muss ich für Transportkosten aufkommen, wenn mein Nabelschnurblut für eine Behandlung verwendet werden soll?
+Die Transportkosten für alle Anwendungen innerhalb Deutschlands übernimmt Vita 34. Findet die Anwendung außerhalb Deutschlands statt, kann es sein, dass ein Teil der Kosten auf die Kunden umgelegt wird. Das besprechen wir aber im jeden Fall vorab, so dass keine unerwarteten Rechnungen auf unsere Kunden zukommen.
Muss ich für Behandlungskosten aufkommen?
+Für bereits zugelassene Therapien (Wiederaufbau Knochenmark nach einer Hochdosis-Chemotherapie) werden die Behandlungskosten in Deutschland nach Prüfung durch die Krankenkassen übernommen. Wie sich die Krankenkassen bezüglich der Kostenübernahme für neue Therapien aufstellen, können wir aktuell noch nicht sagen. Wir hoffen jedoch, dass das auch für die in Zukunft neu zugelassenen Therapien Kostenübernahmen erfolgen werden.
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