Der dicker werdende Bauch zieht im 3. Schwangerschaftsdrittel bei vielen Frauen typische Beschwerden nach sich. Durch die wachsende Gebärmutter werden die inneren Organe gedrückt und verschoben. Folgen sind häufig Sodbrennen, Kurzatmigkeit, verstärkter Harndrang, Verstopfung und Ischiasschmerzen. Gegen Ende der Schwangerschaft zählst auch Du vermutlich die Tage bis zum errechneten Entbindungstermin. Um sich auf den bevorstehenden großen Tag optimal vorzubereiten, besuchen viele Schwangere einen Geburtsvorbereitungskurs – vor allem, wenn es das erste Kind ist. Dort triffst Du nicht nur andere werdende Mütter, sondern lernst auch nützliche Atem- und Entspannungstechniken kennen. Ein Meilenstein im 3. Trimenon ist der beginnende Mutterschutz ab SSW 35. Genieß die noch verbleibende Zeit bis zur Geburt, triff letzte Vorbereitungen und tu Dir selbst etwas Gutes!
Das Baby im 3. Trimester
Während im 2. Trimenon die Organentwicklung des Babys im Vordergrund steht, erfolgen im
3. Schwangerschaftsdrittel vor allem „Feinarbeiten“ und Wachstum. Das Ungeborene vervierfacht in diesen Wochen sein Gewicht und legt Fettreserven für die ersten Lebenstage an. Seine Sinne verfeinern sich, so dass Reize außerhalb des Mutterleibes nun stärker wahrgenommen und verarbeitet werden. Die Gehirnentwicklung schreitet voran und die kleine Lunge beginnt, Surfactant zu produzieren. Diese Substanz dient der Entfaltung der Lungenbläschen und ist etwa in der 35. Schwangerschaftswoche in genügendem Maß vorhanden. Daher wird ab diesem Zeitpunkt bei einsetzenden Wehen die Geburt in der Regel nicht mehr medizinisch hinausgezögert. Das Baby könnte dann auch als Frühchen selbstständig atmen. Etwa ab dem 8. Schwangerschaftsmonat versorgt die Plazenta das Baby verstärkt mit Abwehrstoffen – wichtig für das Immunsystem. Zu Beginn des 3. Schwangerschaftsdrittels hat das Baby in der Gebärmutter noch Platz, um herumzuturnen und sich zu drehen. Gegen Ende der Schwangerschaft wird das nahezu unmöglich. Etwa im 9. SSM begibt sich das Kleine in seine endgültige Geburtsposition, die in den allermeisten Fällen die Hinterhauptlage ist – Kopf nach unten, Gesicht nach hinten. Das ist die ideale Haltung für eine spontane Geburt.
Die Mutter im 3. Trimester
Im 3. Schwangerschaftsdrittel macht Dein Bauch einen gewaltigen Wachstumsschub und Deine Gebärmutter dehnt sich auf die Größe eines Fußballs aus. Du spürst nun wahrscheinlich vermehrt Übungswehen, die etwa in der 36. SSW in Senkwehen übergehen. Viele werdende Mütter nehmen im fortgeschrittenen 3. Trimenon die typische Schwangerenhaltung ein: Sie gehen ins Hohlkreuz, um ein Gegengewicht zum großen Babybauch zu schaffen. Die Gebärmutter drückt nun auf die inneren Organe, so dass Sie vielleicht unter Sodbrennen und starkem Harndrang leiden. Der zunehmende Druck auf die Lunge verursacht bei vielen Frauen Kurzatmigkeit – das Treppensteigen fällt schwer und auch längere Spaziergänge werden zur Belastungsprobe. Hinzu können Schmerzen im unteren Rücken kommen, denn auch der Ischiasnerv wird nicht selten in Mitleidenschaft gezogen. Da der Körper im letzten Schwangerschaftsdrittel neben Fett auch viel Wasser einlagert, klagen Hochschwangere manchmal über geschwollene Hände und Füße. Geh schwimmen, mach Wassergymnastik oder besuche einen Yoga-Kurs für Schwangere. Bewegung ist wichtig, sollte aber schonend sein. Bist Du am Ende der Schwangerschaft unsicher, ob Du noch Senkwehen oder schon Eröffnungswehen haben: Sei unbesorgt. Du wirst den Unterschied ganz sicher merken.
Der Vater im 3. Trimester
Wenn Du zum ersten Mal Vater wirst, beobachtest Du in diesen Wochen wahrscheinlich mit Erstaunen und Ehrfurcht den wachsenden Babybauch Deiner Partnerin. Es wird der Tag kommen, an dem ihr das Bücken und Schuhe-Binden nicht mehr möglich ist. Unterstütze die werdende Mutter und lass dabei den Humor nicht zu kurz kommen. Auch bei der Hausarbeit braucht sie nun wahrscheinlich mehr Hilfe. Schwere Einkäufe, Staubsaugen und Wäsche-Aufhängen übernimmst Du jetzt besser. Im 3. Schwangerschaftsdrittel solltest Du auch ein paar organisatorische Dinge in Angriff nehmen. Bitte Deinen Arbeitgeber um Urlaub rund um den errechneten Geburtstermin und gib rechtzeitig Bescheid, wenn Du einen Teil der Elternzeit nehmen möchtest. Die Anträge für Elterngeld und Kindergeld kannst Du schon einmal so weit vorbereiten, dass Du später nur noch das Geburtsdatum Deines Kindes eintragen musst. Triff Vorsorge für den großen Tag. Speichere wichtige Telefonnummern ein, trage Dein Handy immer bei Dir und wenn Ihr bereits Kinder habt: Regelt deren Betreuung, wenn es ernst wird! Bleibt bei allem ruhig und gelassen, auch wenn sich Euer Nachwuchs am errechneten Geburtstermin noch nicht auf den Weg gemacht hat.