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Reisen in der Schwangerschaft

Tipps für werdende Mütter mit Fernweh

Es ist bekanntermaßen das liebste Hobby der Deutschen: das Reisen. 2014 wurden weit mehr als 50 Millionen Urlauber gezählt. Sie unternahmen knapp 70 Millionen Reisen. Für 2015 wird mit ähnlichen Zahlen gerechnet, denn der Trend ist ungebrochen. So verwundert es nicht, dass auch viele Schwangere vor der Geburt und der anstrengenden ersten Phase als Eltern noch einmal ein paar Tage ausspannen möchten.

 

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Reisen in der Schwangerschaft?

Der beste Reisezeitpunkt in der Schwangerschaft ist das zweite Drittel. Im ersten Schwangerschaftsdrittel raten Experten von einer Reise ab, da in dieser Zeit das Risiko einer Fehlgeburt erhöht ist. Nicht wenige Frauen werden außerdem von zum Teil schweren Übelkeitsattacken geplagt. Im letzten Schwangerschaftsdrittel macht dagegen vor allem der wachsende Bauchumfang Probleme: Er engt sehr stark ein und verursacht vielfach Rückenschmerzen. Sowohl langes Sitzen als auch langes Stehen können dann problematisch sein.

 

Wohin soll die Reise gehen?

Zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen gehören seit Jahren Mallorca und die Kanaren, die Türkische Riviera, Hurghada in Ägypten sowie griechische Inseln wie Kreta, Korfu und Rhodos. Im Prinzip sind diese Destinationen auch für Schwangere ideal, weil weder ein Langstreckenflug erforderlich ist, noch Malaria oder Gelbfieber eine Gefahr darstellen. Generell sollten Schwangere auf Reisen jedoch immer ein Auge auf die Hygiene haben, um sich vor Hepatitis und Durchfallerkrankungen zu schützen und  sollten daher nur frisch gewaschenes Obst essen oder ausschließlich Wasser aus Flaschen trinken.

Wer als werdende Eltern das Spenden von Nabelschnurblut oder das Einlagern von Stammzellen in Betracht zieht, sollte sich vor der Reisebuchung auf jeden Fall den Anamnesefragebogen der favorisierten Blutbank genau ansehen. Dort werden all jene Krankheiten aufgeführt, die bei auffälligen Laborwerten unter Umständen zu einem Ausschluss der Spende oder der Einlagerung führen. Von Reisen in Gebiete mit einem erhöhten Infektionsrisiko wie Südostasien, Indien, Mittelamerika oder Zentralafrika wird daher abgeraten.

Einfacher haben es Schwangere bei Reisen innerhalb Europas. Die werdende Mutter sollte dennoch versuchen, im Hochsommer vor allem südlichen Zielen auszuweichen, denn schon Temperaturen jenseits der 28 Grad sind für den Kreislauf in der Schwangerschaft eine enorme Belastung. Bei einem Ausflug in die Berge sind außerdem anstrengende Gipfeltouren besser zu vermeiden – oberhalb von 1.800 Metern können Schwangere leicht in Sauerstoffnot geraten.

 

Welche Unterlagen müssen mit auf Reisen?

Bei allem Packstress sollten Schwangere auf keinen Fall vergessen, den Mutterpass einzupacken. Ins Handgepäck für die Reise gehört außerdem die Versichertenkarte der Krankenkasse. Auf jeden Fall sollten Schwangere sowohl eine Auslandskrankenversicherung als auch eine Reiserücktrittsversicherung abschließen.

Patientinnen, die Medikamente einnehmen müssen, sollten ihren Arzt oder Apotheker unbedingt zur richtigen Lagerung und zum Transport auf Reisen befragen. Und wer sich im Vorfeld einen Frauenarzt vor Ort nennen lässt, reist gleich mit einem noch sicheren Gefühl.

 

Was gilt es bei Flugreisen zu beachten?

Bei Flugreisen ist zu beachten, dass viele Fluggesellschaften ab der 29. Schwangerschaftswoche ein ärztliches Attest verlangen, das nur wenige Tage alt sein darf. Ab der 36. Schwangerschaftswoche ist ein Flug bei den meisten Fluggesellschaften nicht mehr möglich, um zu vermeiden, dass das Kind bei vorzeitigen Wehen eventuell über den Wolken zur Welt kommt. Schwangere sollten bei der Buchung unbedingt beachten, dass diese Grenzen schon beim Hinflug greifen, wenn der Rückflug nach der 35. Woche stattfinden würde.

Der direkte Kontakt zur Airline sollte auch dann erfolgen, wenn kein ärztliches Attest von Nöten ist. So kann man möglichst frühzeitig einen Sitzplatz am Gang oder in der ersten Reihe reservieren. Hier ist die Beinfreiheit sehr viel größer und das Aufstehen zwischendurch fällt leichter. Dies sollten Schwangere auf einem Flug zumindest einmal in der Stunde tun, um den Blutkreislauf anzukurbeln und somit das Thromboserisiko zu minimieren. Auch die Kleidung spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Durch die Druckunterschiede im Flugzeug kann schon eine normale Jeans schnell drücken und die Blutzirkulation beeinträchtigen. Daher lieber von vornherein auf weite, lockere und bequeme Kleidung zurückgreifen.

Viele verzichten im Flugzeug darauf, ausreichend zu trinken – aus Angst vor übermäßigem Harndrang. Gerade Schwangere kennen das Problem. Dennoch sollten sie über den Wolken darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Als Faustregel gilt: Minimum jede Stunde ein Glas Wasser.

 

Was gilt es bei Autofahrten zu beachten?

In der Schwangerschaft sollte man auf die Strategie „Gemütlich reisen mit dem Auto“ setzen. Das heißt: Spätestens alle eineinhalb Stunden eine Pause machen und die Zeit für einen kleinen Spaziergang oder ein paar Yoga-Übungen an der frischen Luft nutzen. Vor der Weiterfahrt müssen Schwangere immer darauf achten, richtig angeschnallt zu sein. Der Beckengurt sollte unterhalb des Bauches entlang führen und der Schultergurt gut über der Brust sitzen. Der Fachhandel bietet besondere Autogurte für Frauen in anderen Umständen. Und deaktivieren Sie bitte keinesfalls die Airbags, denn bei richtiger Sitzposition bietet ein Airbag im Falle eines Unfalls ein Plus an Sicherheit für Mutter und das ungeborene Kind. Sofern es sich vermeiden lässt, sollten Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel am besten nicht mehr selbst fahren, denn sie ermüden schneller und ihre Konzentration lässt bereits nach kurzer Zeit nach.

Halten sich Schwangere an die Tipps und die Empfehlungen ihres Arztes, steht einer entspannten Urlaubszeit nichts mehr im Wege. Dann heißt es nur noch: Relaxen und sich auf das Baby freuen!

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