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Parkinson: Mit Stammzellen gegen die „Schüttellähmung“

Seit 1997 wird alljährlich am 11. April der Welt-Parkinson-Tag begangen. Hierzulande wird die Zahl der Betroffenen laut der Deutschen Parkinson Vereinigung auf 240.000 bis 280.000 Patienten geschätzt. Prominente Patienten sind der Box-Sportler Muhammad Ali, der Schauspieler Michael J. Fox sowie der Kabarettist Ottfried Fischer.

Die neurodegenerative Erkrankung Morbus Parkinson, die im Volksmund auch als Schüttellähmung bezeichnet wird, wurde erstmals im Jahre 1817 vom britischen Arzt James Parkinson beschrieben. Sie gehört zu den chronischen Erkrankungen mit langsamem Verlauf. Nach und nach sterben Hirnzellen in bestimmten Arealen ab und drosseln die Bildung des lebenswichtigen Dopamins. Bei einer rechtzeitigen Diagnose lässt sich die Krankheit heute mithilfe von Medikamenten aufhalten, aber nicht heilen.

Symptome und Ursachen der Parkinson-Erkrankung

Morbus Parkinson beginnt schleichend und meist nach dem 50. Lebensjahr. Das Absterben der dopamin-bildenden Nervenzellen im Mittelhirn zieht einen Mangel des Botenstoffes Dopamin nach sich, der zu den typischen Symptomen der Krankheit führt: Bewegungsarmut, Zittern, Muskelsteifheit sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Als Begleitsymptome können Magen- und Darmbeschwerden, Schlafstörungen und psychische Störungen, insbesondere Depressionen, auftreten. Beim erstmaligen Auftreten dieser Symptome sind bereits mehr als die Hälfte der Nervenzellen abgestorben.

Als Ursache von Parkinson werden neben genetischen Faktoren bestimmte Giftstoffe diskutiert. So stehen Pestizide und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen im Verdacht, die Krankheit zu begünstigen.

Therapie und Behandlung von Parkinson

Die Therapie hat vor allem zum Ziel, die Symptome zu lindern und somit die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten und zu steigern. Da der Verlauf von Patient zu Patient verschieden ist und auch die Symptome nicht einheitlich sind, muss die Behandlung individuell auf die Beschwerden abgestimmt werden. Im Vordergrund steht dabei die medikamentöse Therapie, um das Dopamin-Angebot im Gehirn zu erhöhen. Da Parkinson sich im Laufe der Zeit verstärkt und so die Wirkung der Medikamente nachlässt, muss die Dosis in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Begleitend sind außerdem Physio- und Ergotherapie sinnvoll. Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, besteht schließlich die Möglichkeit einer tiefen Hirnstimulation, ein neurochirurgischer Eingriff, bei dem den Patienten ein sogenannter Hirnschrittmacher eingesetzt wird.

Stammzellforschung liefert neue Therapieansätze

Stammzellen im menschlichen Gehirn haben die Fähigkeit, Nervenzellen nachzubilden. Sie gelten damit als Hoffnungsträger im Kampf gegen neurologische Erkrankungen. Für die Heilung der Parkinson-Erkrankung müssten Stammzellen des Gehirns, die noch keine spezifische Aufgabe übernommen haben, dazu bewegt werden, sich in Dopamin-produzierende Zellen zu differenzieren. Diese könnten dann die abgestorbenen Zellen im Gehirn von Parkinson-Patienten ersetzen und sicherstellen, dass wieder ausreichend Dopamin produziert wird.

Dazu müssen jedoch zunächst die komplizierten Mechanismen entschlüsselt werden, die die Entwicklung dieser Zellen steuern. Aus Experimenten mit isoliertem Hirngewebe sind bereits einige Gene bekannt, die an diesem Prozess beteiligt sind. Um zu überprüfen, welche Rolle diese Gene im lebenden Organismus, spielen, untersuchten Forscher in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt die Funktion der Gene in Mäusen. Mit Erfolg: Es gelang, die Bildung von zusätzlichen Dopamin-produzierenden Nervenzellen durch das Einbringen zweier Gene zu erreichen. Die Gene tragen die Bauanleitung für zwei Eiweißmoleküle in sich, die wichtige Schritte in jenem Entwicklungsprozess aktivieren, der aus einer neuronalen Stammzelle eine Dopamin-produzierende Nervenzelle werden lässt. Nun will das Forscher-Team untersuchen, ob die genetisch veränderten Mäuse vor der Parkinson-Krankheit geschützt sind. Hierzu sollen ihnen Substanzen verabreicht werden, die bei normalen, genetisch unveränderten Mäusen den Untergang der Dopamin-produzierenden Zellen hervorrufen. Die Wissenschaftler möchten außerdem herausfinden, durch welche Signale diese Gene aktiviert werden. Am interessantesten sind dabei die Signalstoffe, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden und damit aus dem Blut ins Gehirn übertreten können, um dort die Bildung von Dopamin-produzierenden Nervenzellen anzuregen. Die Hoffnung der Wissenschaftler: Solche Wirkstoffe könnten Parkinson-Patienten eines Tages als Medikament verabreicht werden. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, mithilfe der identifizierten Eiweißmoleküle Dopamin-produzierende Nervenzellen aus isolierten Stammzellen im Labor zu züchten.

Zellsuspension zum Einatmen

Bisher wurden Stammzellen von Neurologen bei einer Operation in das Gehirn von Parkinson-Patienten implantiert, um dort die erkrankten Gehirnzellen zu reparieren. Doch eine Gehirn-Operation birgt immer viele Risiken in sich. Außerdem benötigen die Patienten lange, um sich zu erholen. Alternativ können die Stammzellen mittels einer Infusion zugeführt werden. Eventuell bleiben sie dann jedoch im Körper hängen und gelangen nicht bis zum Gehirn. Tübinger Wissenschaftler haben deshalb nun ein wenig belastendes Verfahren zur Stammzellbehandlung entwickelt. In einem Versuch wurden die benötigten Stammzellen durch Einatmen der in einer Flüssigkeit schwimmenden Stammzellen verabreicht ‒ ähnlich wie bei einem Nasenspray. Diese Methode bringt nur eine sehr geringe Belastung mit sich, sie kann bei Bedarf häufig wiederholt werden und ist kostengünstig. Bislang befindet sie sich jedoch noch in der Testphase.

Stammzellen zur Geburt einlagern – eine lebenslange Absicherung

Experten schätzen, dass in Zukunft jeder Siebte im Laufe seines Lebens auf seine eigenen Stammzellen angewiesen sein wird, denn die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten steigt kontinuierlich. Eine Stammzellentherapie ist längst keine ferne Science Fiction mehr, sondern hat bereits heute Einzug in die moderne Medizin gehalten. Bei einigen Krebsarten gehört sie schon zur Standardtherapie. Und die Stammzellenforschung arbeitet weiter daran, dass auch Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, allen voran Herzinfarkt und Schlaganfall, sowie neurodegenerative Krankheiten wie Demenz oder Parkinson mit Stammzellen behandelt werden können.

Vita 34 setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass jedes Kind direkt nach der Geburt ein Stammzelldepot bekommen kann und Eltern die Stammzellen aus der Nabelschnur aufbewahren lassen. Seit fast 20 Jahren leisten unsere Experten dazu wichtige Aufklärungsarbeit und informieren Schwangere, Ärzte und Hebammen zu allen Fragen rund um die Nabelschnurblut-Vorsorge. Die Mitarbeiter des Kundenservices stehen Ihnen von montags bis freitags von 09:00 bis 19:00 an der kostenlosen Infoline unter 0800 034 0000 Rede und Antwort.

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