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Mit Stammzellen gegen Taubheit: Regeneration von Haarsinneszellen bei erworbenem Hörverlust

Am 25. September ist Tag der Gehörlosen

Der Tag der Gehörlosen wird jedes Jahr am letzten Sonntag im September begangen, in diesem Jahr am 25.09.2016. Der Aktionstag, der 1951 vom Weltverband der Gehörlosen (WFD – World Federation of the Deaf) ins Leben gerufen wurde, soll auf die Situation der gehörlosen Menschen aufmerksam machen und für die Gebärdensprache werben. Er bildet den Abschluss der Internationalen Woche der Gehörlosen.

In Deutschland leben rund 80.000 nicht-hörende Menschen. Als Gehörlosigkeit wird in Fachkreisen das vollständige oder weitgehende Fehlen der Hörfähigkeit bezeichnet. Der medizinische Fachterminus heißt Surditas (lateinisch für Taubheit). Die Gründe dafür sind vielfältig. Mediziner unterscheiden zwischen angeborener Taubheit und erworbener Taubheit.

Angeborene Taubheit versus erworbene Taubheit

Angeborene Taubheit kann verursacht werden durch eine vorgeburtliche Röteln-Infektion, eine Rhesus-Inkompatibilität sowie durch Vererbung, die allerdings meist autosomal-rezessiv verläuft. Auch einige Syndrome wie das Usher- oder das Waardenburg-Syndrom können für die angeborene Gehörlosigkeit verantwortlich sein.

Um diese Beeinträchtigung frühzeitig zu erkennen, ist in Deutschland das Neugeborenen-Hörscreening (NHS) als Vorsorge-Untersuchung im Rahmen der U-Untersuchungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen seit 2009 fest verankert. Bereits ein bis zwei Tage nach der Geburt wird die Hörfähigkeit der Neugeborenen getestet und so eine mögliche Taubheit oder Schwerhörigkeit frühzeitig erkannt.

Von der angeborenen Taubheit abgegrenzt werden muss der erworbene Hörverlust beziehungsweise die erworbene Taubheit. Hier handelt es sich meist um einen Innenohrschaden beziehungsweise eine Schädigung des Hörnervs. Dies kann einerseits auf ein Trauma zurückgehen, dessen Ursache ein Unfall, ein Schlaganfall oder ein Gehirntumor ist. Auch zu viel Lärm kann dem Ohr schaden. Andererseits gelten schwere Erkrankungen wie Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) oder Tuberkulose (Infektionskrankheit) als Auslöser für den erworbenen Hörverlust. Doch auch vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten wie Masern und Scharlach können in schweren Verläufen ebenfalls das Innenohr samt Hörnerv angreifen und das Hörvermögen stark beeinträchtigen.

Schwerhörigkeit trifft viele Menschen

Die Statistiken belegen, dass circa 16 Prozent der Bevölkerung von Schwerhörigkeit betroffen sind. Das ist immerhin fast jeder sechste Deutsche. Weltweit leiden geschätzte 250 Millionen Menschen unter einer Innenohrschwerhörigkeit.

Ungefähr 98 Prozent der Gehörlosen haben ein Rest-Hörvermögen, so dass sich der Einsatz von Hörhilfen wie Hörgeräten und Cochlea-Implantaten lohnt.

Wichtig zu wissen: Taub ist nicht gleich taub. Ungefähr 98 Prozent der nicht hörenden Menschen haben ein Restgehör, so dass Hörhilfen wie ein Hörgerät oder ein Cochlea-Implantat zum Einsatz kommen können. Jedoch ist es individuell verschieden, ob damit Gesprochenes verstanden werden kann. Durch eine frühzeitige Förderung und Versorgung können Kleinkinder die normale Sprache meist in Kombination mit der Gebärdensprache erlernen.

Stammzellen gegen Taubheit

Die Haarsinneszellen in der Cochlea, der Hörschnecke im menschlichen Innenohr, sind hoch spezialisiert, allerdings auch sehr fragil. Lärm, Alter, Infektionen, aber auch Medikamente wie starke Antibiotika und Zytostatika können sie absterben lassen. Anders als bei Vögeln können bei Säugetieren die Haarsinneszellen leider nicht einfach nachwachsen. Die Folge: Es kommt zur Innenohrschwerhörigkeit. US-Forschern ist es kürzlich im Modell bei Mäusen gelungen, Stammzellen des Innenohrs in Haarzellen zu verwandeln. Das gab den zuvor tauben Tieren ein begrenztes Hörvermögen zurück.

Bei der Suche nach Stammzellen im Innenohr nutzten die Forscher vom Massachusetts Eye and Ear Infirmary in Boston die Eigenschaften von Stützzellen, die sich in der Nachbarschaft der Haarsinneszellen befinden und sich einige der Stammzelleigenschaften bewahren konnten. In vitro wurde zunächst untersucht, ob sich die Stützzellen chemisch zur Differenzierung anregen lassen. Dies gelang, als das Enzym Gamma-Sekretase durch einen Wirkstoff gehemmt und damit der Signalweg unterbunden wurde.

Im zweiten Schritt wurde das Verfahren an explantierten Hörschnecken von Mäusen getestet, bevor die Tests in vivo mit lebenden Tieren fortgesetzt wurden. Bei den Mäusen brachten die Wissenschaftler dabei den entdeckten Wirkstoff in die Cochlea-Flüssigkeit ein. Als Folge konnten sie eine Zunahme der Haarsinneszellen beobachten. Diese hatten sich aus den Stützzellen entwickelt. Mittels einer Hirnstamm-Audiometrie gelang den Forschern der Nachweis, dass die neuen Haarsinneszellen tatsächlich in der Lage waren, Hörsignale zu empfangen und an den Hörnerv weiterzuleiten. Die Wissenschaftler können allerdings keine Angaben darüber machen, wie die individuellen Hörempfindungen ausfallen. Sie vermuten allerdings, dass die Tiere zumindest laute Geräusche wieder wahrnehmen konnten.

Bis das Verfahren für die menschliche Therapie eingesetzt werden kann, ist noch einige Forschungsarbeit notwendig. Jedoch stimmt der Ansatz hoffnungsvoll. Moderne Hörgeräte sind heute zwar in der Lage, den Schalldruck im Innenohr zu verstärken. Doch sie sind dabei auf intakte Haarzellen im Innenohr angewiesen. Hörprothesen wie das Cochlea-Implantat sind zwar nicht auf intakte Haarzellen angewiesen, jedoch brauchen sie zumindest einen intakten Hörnerv, denn die Schallwellen werden hier elektronisch anstatt sensorisch weitergegeben.

Embryonale Stammzellen zur Regeneration des Hörnervs

Einen Schritt weiter gingen daher Forscher aus England. Sie wollten nicht nur die Haarsinneszellen regenerieren, sondern zusammen mit ihnen auch die angebundenen Nervenzellen kultivieren. Da adulte Hörstammzellen in Testreihen lediglich das Potenzial für 25 Replikationszyklen hatten und damit keine verlässliche Quelle für stets erneuerbare Stammzellen waren, griffen die Forscher im Mausmodell auf embryonale Stammzellen zurück. In den Zellkulturen gelang es, Vorläufer von sensorischen Haarzellen sowie den damit verbundenen Nervenzellen zu erzeugen. Die künstlich erzeugten Zellen implantierten die Wissenschaftler in die Hörschnecken schwerhöriger Wüstenmäuse. Die Tiere standen hinterher über zehn Wochen unter Beobachtung. Nachweislich wuchs die Nervendichte im Mäuseohr und nach vier Wochen begann sich das Hörvermögen zu verbessern. Im Laufe des Untersuchungszeitraumes konnten die Tiere immer leisere Geräusche wahrnehmen.

Auch bei dieser Forschungsarbeit ist die Anwendung beim Menschen noch in weiter Ferne. Die englischen Wissenschaftler verwendeten embryonale Stammzellen von Mäusen. Die Arbeit mit menschlichen embryonalen Stammzellen ist ethisch hoch umstritten, denn durch die Gewinnung der sogenannten Alleskönnerzellen wird der Embryo gezielt zerstört. Außerdem sind embryonale Stammzellen sehr teilungsfreudig, sodass langfristig neben dem Abstoßungsrisiko auch ein erhöhtes Tumorrisiko bestünde. Es muss also für die Anwendung beim Menschen eine Alternative gefunden werden. Dies könnten möglicherweise Stammzellen aus Nabelschnurblut sein. Studien mit Patienten, die an Mukopolysaccharidose erkrankt sind, konnten bereits nachweisen, dass die Gabe von Nabelschnurblut-Stammzellen das Hörvermögen dieser Patienten verbessert.

Die Zukunft der Stammzellentherapie

Die Fortschritte in der Medizin sind groß und die Fachleute sind sich einig, dass die Stammzelltherapie fester Bestandteil der Regenerativen Medizin sein wird. Erste erfolgreiche Studien, die das Regenerationspotenzial der Stammzellen belegen, liefen bereits bei Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes. In der Krebstherapie ist die Stammzellentherapie seit Jahrzehnten etabliert.

Experten schätzen, dass in naher Zukunft jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens eine Therapie auf Basis von Stammzellen benötigen wird. Vita 34 ist daher bestrebt, möglichst vielen Menschen ein Stammzelldepot zur Verfügung zu stellen. Dafür besonders geeignet sind die jungen und flexiblen Stammzellen aus der Nabelschnur. Sie lassen sich nur unmittelbar nach der Geburt gewinnen. Eine einmalige Chance, die dazu noch schmerzfrei und risikolos ist. Informieren Sie sich am besten noch heute über die Vorteile der Vita 34-Angebote zu Stammzellen aus der Nabelschnurblut und dem Nabelschnurgewebe.

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