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Kampf dem Herzinfarkt: Hören Sie auf Ihr Herz!

Zum Weltherztag am 29.09. rückt wieder verstärkt in den Fokus, dass pro Jahr rund 280.000 Deutsche einen Herzinfarkt erleiden, der in knapp 20 Prozent der Fälle zum Tod führt. Die Diagnose Herzinfarkt rangiert damit in Deutschland noch immer in den Top 3 der häufigsten Todesursachen. Jeder sollte daher die typischen Herzinfarkt-Symptome kennen, um im Ernstfall richtig zu reagieren. Denn wie beim Schlaganfall ist auch beim Herzinfarkt die Zeit der wichtigste Faktor und je schneller Hilfe kommt, desto besser sind die Überlebenschancen.

 

Was passiert beim Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt wird zunächst durch einen Verschluss im Gefäßsystem des Herzens ausgelöst. Diese Durchblutungsstörung des Herzmuskels hat dramatische Folgen für das betroffene Gebiet, denn der Herzmuskel wird an dieser Stelle nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt und droht abzusterben. Einmal abgestorbenes Herzmuskelgewebe kann der menschliche Körper im Normalfall aber nicht ersetzen. Die Pumpleistung des Herzens kann so für den Rest des Lebens reduziert sein.

Bei der Herzinfarkt-Therapie ist das oberste Ziel der Mediziner klar, die Mangeldurchblutung schnellstmöglich aufzulösen. Dies kann medikamentös mit einer Thrombolyse erwirkt werden oder – falls das nicht mehr möglich ist – per OP. Bei der sogenannten Ballondilatation wird ein Katheter mit einem Ballon über die Leiste zu der verengten Stelle geführt. Ist dieser an der richtigen Stelle platziert, bläst der Facharzt den Ballon auf und weitet so den Engpass. Oftmals setzt der Kardiologie auch gleich einen sogenannten Stent ein, der die Engstelle dauerhaft offen halten soll. Die Ballondilatation kann unter Umständen die Bypass-Operation ersetzen. Bei der Bypass-Operation stellen die Chirurgen eine alternative Blutversorgung für die unterversorgte Herzregion her, indem Venen aus dem Bein oder Arterien aus dem Arm entnommen und in das Herz eingesetzt werden. Sie übernehmen so die Aufgaben des verschlossenen Herzkranzgefäßes.

 

Symptome eines Herzinfarktes

Die nachfolgenden Warnsignale für einen Herzinfarkt sollte jeder kennen ‒ egal ob jung oder alt, groß oder klein, männlich oder weiblich!

  • Starke Schmerzen im Brustkorb, die in die Arme ausstrahlen, aber auch Schmerzen zwischen den Schulterblättern oder Schmerzen im Oberbauch
  • Druck- und Engegefühl in der Brust
  • Übelkeit, Erbrechen und Atemnot
  • Angstschweiß mit blasser, kalter Haut

 

Was tun bei einem Herzinfarkt?

Wenn ein Verdacht auf Herzinfarkt besteht, sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Treten die Symptome nachts oder am Wochenende auf, warten Sie nicht auf den Morgen oder den Montag. So mancher Herzinfarkt-Patient hat sich auch schon von der Familie oder Bekannten ins Krankenhaus fahren lassen. Doch im Wartebereich der Notaufnahme kann ebenfalls wertvolle Zeit verloren gehen.

Daher gilt: Rufen Sie schnellstmöglich den Rettungsdienst und äußern Sie den Verdacht auf Herzinfarkt. So wird umgehend von der Rettungsleitstelle ein Rettungswagen losgeschickt. Diese haben alle einen Defibrillator an Bord, mit dessen Hilfe gefährliche Herzrhythmusstörungen behandelt werden können. Bereits vor Ort, spätestens jedoch im Rettungswagen kann außerdem ein EKG gemacht und mit einer Behandlung begonnen werden.

Jeder Anrufer sollte beim Notruf die Angaben nach dem Schema der fünf Ws machen:

  • Wer: Nennen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer.
  • Was: Beschreiben Sie kurz, was passiert ist.
  • Wo: Wo soll der Notarzt hinkommen? (Ort, Ortsteil, Straße, Hausnummer)
  • Wie: Um wie viele Patienten handelt es sich? Beschreiben Sie den Patienten so genau wie möglich (Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen).
  • Welche: Um welche Verletzung/Beschwerden geht es? Versuchen Sie alle Symptome zu beschreiben.

Wichtig in der Aufregung: Legen Sie nicht auf! Das Gespräch beendet immer die Leitstelle, denn womöglich hat der Mitarbeiter dort noch Fragen.

Ist der Patient in einer sehr kritischen Verfassung beginnen Sie mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Prüfen Sie zunächst die Lebenszeichen. Sprechen Sie den Patienten an und prüfen Sie ob er bei Bewusstsein ist. Atmet er? Können Sie den Puls fühlen? Wenn keine Lebenszeichen festzustellen sind, beginnen Sie umgehend mit der Wiederbelebung. Dazu knien Sie sich neben den Patienten. Legen Sie beide Hände übereinander auf den Brustkorb. Mit durchgestreckten Armen beginnen Sie die Herz-Druck-Massage. Als Richtwert: 120 Stöße pro Minute sollten es sein. Um den richtigen Rhythmus zu finden, summen Sie im Kopf den Refrain des Bee-Gees-Hit „Stayin‘ Alive“ mit. Nach 30 Druckstößen erfolgt in der Regel die Atemspende. Beatmen Sie den Patienten dabei zwei Mal von Mund zu Mund oder von Mund zu Nase. Danach wird die Herz-Druck-Massage umgehend fortgesetzt. Setzen Sie die Reanimation solange fort, bis der Notarzt eintrifft und die Rettungssanitäter Sie ablösen.

Sollte der Patient noch bei Bewusstsein sein, muss das Herz schnellstmöglich entlastet werden. Dazu sollte der Betroffene sitzen und der Oberkörper muss erhöht sein. Öffnen Sie außerdem enge Kleidung wie Hemdkragen, Krawatte und Gürtel. Vermeiden Sie Hektik, denn die Betroffenen haben meist so schon große Angst. Beruhigen Sie den Patienten, indem Sie ihn behutsam über die aktuelle Lage in Kenntnis setzen.

 

Forschung: Neue Herzmuskelzellen nach dem Herzinfarkt

Die regenerative Medizin arbeitet mit Hochdruck daran, mithilfe der Stammzelltherapie das zerstörte Herzmuskelgewebe nach einem Herzinfarkt wieder aufzubauen. Im Schnitt müssen circa zwei Milliarden Herzzellen ersetzt werden. Langfristiges Ziel der Stammzellforschung ist es daher, das verloren gegangene Herzmuskelgewebe zu ersetzen und Stammzellen dazu zu bringen, sich zu Herzzellen zu entwickeln. Das komplette, geschädigte Organ mithilfe des Tissue Engineerings auszutauschen, wie das Verfahren in der Fachsprache heißt, ist allerdings noch Zukunftsmusik.

Aber es wird derzeit bereits daran geforscht wie sich Stammzellen in großer Stückzahl sicher zu Herzzellen umwandeln lassen. Ein vielversprechendes Forschungsprojekt läuft an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Dort können die Herzzellen in einem Bioreaktor kultiviert werden. Das Vermehrungspotenzial liegt dabei um ein Vielfaches höher als bei der Zellkultur in der Petrischale. Mit dem neuen Verfahren lassen sich 40 Millionen Herzzellen in 100 Milliliter Nährlösung kultivieren. Das Herstellen von Herzzellen in so großem Maßstab ist eine Voraussetzung, um den Weg für künstliches Herzgewebe zu ebnen.

 

Gesunder Lebensstil noch immer der beste Weg zur Vorbeugung eines Herzinfarktes

Es wird noch einige Zeit dauern bis sich die Stammzelltherapie beim Herzinfarkt als Standardtherapie etabliert hat und alle entstandenen Schäden an diesem zentralen Organ auf diese Weise repariert werden können. Von daher gilt noch immer das gute, alte Motto: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Und so bleibt vorerst der Rat, auf die eigene Gesundheit zu achten und regelmäßig zur Vorsorge zu gehen! Wenn Sie dazu noch einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung pflegen, auf das Rauchen verzichten und unnötigen Stress vermeiden, dann wird Ihr Herz es Ihnen danken.

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