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Hebamme – ein Beruf mit großer Verantwortung

Der Beruf der Hebamme gehört zu den ältesten der Menschheit, denn schon immer standen erfahrene Frauen werdenden Müttern zur Seite und begleiteten sie durch Schwangerschaft, Geburt und die ersten Wochen mit dem neuen Erdenbürger.

Die deutsche Bezeichnung „Hebamme“ leitet sich aus dem althochdeutschen „Hev(i)anna“ ab und bedeutet so viel wie „Ahnin, die das Neugeborene hält“. Auch „Wehemutter“ oder „weiße Frau“ beziehungsweise „Weißfrau“ war eine häufige Bezeichnung für die heilkundigen Frauen. Der Beruf ist seit alters her eine reine Frauendomäne, auch wenn im Zuge der Gleichberechtigung immer mehr Männer den Beruf ergreifen. Sie heißen dann allerdings nicht „Hebammerich“, sondern „Entbindungspfleger“. Doch Entbindungspfleger sind rar. In Deutschland übt nicht mal eine Handvoll Männer diesen wundervollen Beruf aus, der werdende Mütter und Babys begleitet.

Doch wie entwickelte sich der Hebammenberuf im Laufe der Zeit? Seit wann gibt es ihn eigentlich, warum mussten Hebammen ab 1586 per Verordnung nüchtern sein und welche Risiken bestehen bei einer Geburt per Kaiserschnitt heute? Vita 34  erzählt in einem Überblick die spannende Geschichte des Hebammenberufes von der Antike bis heute.

 

Meilensteine in der Geschichte der Geburtshilfe

Anfänge in der Antike: Bei den Ägyptern haben selbst Götter-Kinder eine Geburtshelferin

Eine der ältesten Darstellungen stammt aus dem dritten Jahrtausend vor Christus. Eine Tempelmalerei zeigt die Drillingsgeburt der Pharaonenkinder des Sonnengottes Re, die unter Leitung einer Geburtshelferin erfolgte. Die Sumerer, die im dritten Jahrtausend vor Christus in Mesopotamien siedelten, hatten mit Ninmah sogar eine eigene Göttin für die Hebammen. Das zeigt, wie hochgeschätzt und wichtig der Beruf schon damals war, denn Hebammen konnten ganze Königreiche ins Glück oder auch ins Unglück stürzen: Einen gesunden Erben zur Welt zu bringen, war die Aufgabe der Frau eines Regenten. Da das Wissen und die Fertigkeiten der Hebammen über Leben und Tod entschieden, hatten sie eine ganz besondere Stellung inne.

Lange Zeit durften nur Frauen Hebamme werden, die selbst schon Kinder geboren hatten, aber aufgrund ihres Alters nicht mehr schwanger werden konnten. Der Grund ist einfach: Diese Frauen standen jederzeit zur Verfügung. Aufgrund ihrer eigenen Geburtserfahrungen konnten sie den anderen Frauen in den Wehen beistehen und das Kind entbinden.

Das erste Hebammenlehrbuch der Geschichte wurde allerdings von einem Mann verfasst. Soranos von Ephesos brachte es unter dem Namen „Gynäkologie“ im Jahre 117 nach Christus heraus. Vermutlich hat er das Werk aus den Überlieferungen von Hebammen zusammengestellt, denn Ärzten war es untersagt, das weibliche Genital zu berühren oder einer Geburt beizuwohnen.

 

Das Mittelalter – Zeiten der Verfolgung, aber auch des Aufbruchs

Das erste, von der Ärztin Trotula von Salerno verfasste Lehrbuch über die Geburtshilfe und Frauenkrankheiten stammt aus dem ausgehenden 11. Jahrhundert. Es beschreibt ein sehr detailliertes und noch heute modern wirkendes Wissen. Beispielsweise erkannte sie die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau und gab entsprechende Empfehlungen. Das Werk galt über mehrere Jahrhunderte als Standardwerk, denn im Allgemeinen wurde das Wissen über Wehen und Geburt nur mündlich von erfahrener Hebamme zu junger Hebamme weitergegeben.

Im Mittelalter jedoch mussten die Hebammen achtgeben, denn ihnen wurde aufgrund ihres Wissens misstraut. Die Kirche verpflichtete die Frauen per Eid zu einem christlichen Lebenswandel. Sie mussten den magischen Fähigkeiten abschwören, was letztlich dazu führte, dass keine abtreibenden Mittel mehr verabreicht werden durften, denn seit alters her lagen auch die Familienplanung (und damit Verhütung und Abtreibung) sowie die Heiratsvermittlung in den Händen der Wehemütter. Die Hebammen hatten von nun an die Anforderungen der christlichen Kirche zu erfüllen. So mussten sie beispielsweise jedes Neugeborene persönlich zur Taufe bringen. Bei ledigen Gebärenden sollten Hebammen die Mutter dazu bringen, die Abstammung des Neugeborenen zu verraten, damit sie diesbezüglich Meldung an den Pfarrer machen konnten. Brachte eine Mutter ein behindertes Kind zur Welt, mussten sie die Mutter ebenfalls anzeigen, denn ein behindertes Kind wurde als Strafe Gottes für eine große Verfehlung angesehen. Kamen die Frauen diesen Anforderungen der Kirche nicht nach, wurden sie als Hexen verfolgt und kamen auf dem Scheiterhaufen zu Tode.

Geschützt wurden die weisen Frauen durch die Berufsordnungen der Hebammen, die sich im ausgehenden Mittelalter etablierten. So erließ die Stadt Regensburg im Jahre 1452 die erste Hebammenverordnung. Hiermit wurde ein eigener Stand geschaffen – nämlich der der geschworenen Hebamme. Verbote und Gebote regelten ab da die Arbeit der Hebammen und gewährleisteten eine einheitliche Ausbildung.

Im Jahre 1568 erließ Preußen außerdem eine Verfügung, dass Hebammen nur noch nüchtern arbeiten dürfen. Hintergrund dieses Erlasses war der Umstand, dass eine anstehende Geburt als Anlass für große, ausufernde Feste genutzt wurde, bei denen kräftig gegessen und getrunken wurde. Betrunkenen Hebammen waren jedoch offenbar Fehler unterlaufen, die von da an vermieden werden sollten.

 

17. bis 19. Jahrhundert: Die Geburtshilfe professionalisiert sich

Eine wichtige Weiterentwicklung für ihren Berufszweig stieß die französische Hebamme Marie Louise Bourgeois im beginnenden 17. Jahrhundert an. Als eine Mutter am damals noch nicht namentlich bekannten Kindbettfieber starb, begann sie, die Methodik ihres Standes wissenschaftlich zu dokumentieren und führte so die Geburtshilfe in die Neuzeit.

Im Frühjahr 1779 eröffnete in Jena außerdem das Accouchierhaus, ein Entbindungshaus. Dies markiert in Deutschland den Beginn der akademischen Geburtsmedizin. 1817 eröffnete in Eisenach eine Hebammenschule. Damit war Sachsen-Weimar-Eisenach Vorreiter in der Zentralisierung der Hebammenausbildung. Es begann damit allerdings auch ein grundlegender Konflikt: Wie sieht die Rollenverteilung zwischen Arzt und Hebamme aus und wer leitet die Geburt?

Viele Hebammen sagen, sie hätten den schönsten Beruf der Welt: Einem neuen Erdenbürger auf die Welt zu helfen.
(Bildquelle: Brian Carpenter / istockphoto.com)

Erst in den letzten Jahrzehnten setzte sich die Erkenntnis durch, dass eine Kooperation zwischen Ärzten und Hebammen die beste Versorgungssituation für Mutter und Kind schafft. Deswegen geht es heute in den Kreißsälen sehr partnerschaftlich zu. Man arbeitet auf Augenhöhe zusammen und bringt das Beste aus den Berufen Arzt und Hebamme in die tägliche Arbeit ein.

 

Vom Beginn des 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Der Trend zur Klinikgeburt und die Entwicklung der sanften Geburt

In Berlin fand am 22. September 1890 der erste Hebammentag statt, zu dem mehr als 900 Frauen zusammenkamen. Bereits damals ging es um die zentrale Frage nach der gerechten Entlohnung der Hebammen, denn sie bekamen für die verantwortungsvolle Arbeit nur einen Hungerlohn, von dem sie ihre Familie kaum über Wasser halten konnten. Die Hebammen setzten sich außerdem dafür ein, dass die hygienischen Bedingungen in den Kreißsälen und Geburtszimmern verbessert wurden. Denn aufgrund fehlender Desinfektion kam es bis dahin oft zu Infektionen mit Bakterien und damit zum Kindbettfieber. Aber erst nach und nach setzte sich die Empfehlung durch, eine einfache Handdesinfektion vorzunehmen, die half, viele Todesfälle im Wochenbett zu vermeiden.
Im 20. Jahrhundert nahm schließlich die Anzahl der Geburten in den Kliniken immer weiter zu. Die früher übliche Hausgeburt wurde damit zur Ausnahme.

1938 erließen die Nationalsozialisten das Reichshebammengesetz. Es gab damit eine staatliche Anerkennung des Berufsstandes der Hebammen. Gleichzeitig wurden sowohl die Hebammen als auch die Entbindungsstationen in den Kliniken verpflichtet, Fehlbildungen und Krankheiten bei Neugeborenen zu melden und ihre Familien zu beobachten. Nach der Kapitulation des Dritten Reiches dauerte es jedoch Jahrzehnte, bis die Verbrechen des Nationalsozialismus, die auch in Kliniken stattfanden, aufgeklärt wurden.

In den 1970er-Jahren entstanden zunächst in den USA die ersten Geburtshäuser als Alternative zur klinischen Geburt. Sie orientierten sich wieder verstärkt am Geburtserlebnis der Hausgeburt und banden Partner und Familie stärker mit in den Geburtsprozess ein. Das Konzept war so erfolgreich, dass es auch in Deutschland umgesetzt wurde. Heute gibt es rund 100 dieser von Hebammen geleiteten, außerklinischen Einrichtungen.

Ein weiterer Trend, der seit den 1970er-Jahren verzeichnet wird und der bis heute anhält, ist die Zunahme der Entbindungen per Kaiserschnitt. Er ist nicht allein damit zu erklären, dass mehr medizinische Eingriffe erforderlich wären als früher – auch wenn die Zahl der Risikoschwangerschaften aufgrund des Alters der Mutter, des steigenden Gewichts der Babys oder Mehrlingsschwangerschaften nach künstlicher Befruchtung zunimmt. Zum einen wünschen sich Frauen vielmehr verstärkt eine geplante Geburt, weil sie Angst vor den Schmerzen und möglichen Komplikationen haben. Zum anderen möchten aber auch die Kliniken weniger Risiken eingehen, wenn die Geburt nicht optimal verläuft und ins Stocken gerät. Außerdem lassen sich geplante Kaiserschnitte wesentlich besser mit den Dienstplänen der Ärzte und Hebammen abstimmen und die Belegung von Kreißsälen und OP-Räumen optimaler planen. Jedoch haben auch Kaiserschnitte Risiken und Nebenwirkungen.

Die Müttersterblichkeit konnte zwar deutlich gesenkt werden: Von mehr als 80 Prozent um das Jahr 1880 auf 0,04 Promille im Jahre 2005. Studien zeigen jedoch, dass bei Kindern, die per Kaiserschnitt entbunden werden, beispielsweise das Risiko für Allergien und Diabetes steigt. Erklärt wird der Zusammenhang damit, dass ihnen durch die fehlende vaginale Geburt wertvolle Impulse für den Aufbau der Darmflora und das Trainieren des Immunsystems fehlen. Inzwischen gibt es daher ein Umdenken, hin zur sanften Geburt.

Die Geburtshilfe wird daher wieder mehr und mehr als eigenständiges Fach und nicht als Anhängsel der Chirurgie gesehen. Hebammen fassen – wie viele Frauen auch – Schwangerschaft und Geburt als ganz natürliche Lebensvorgänge auf, denn in der Regel ist eine medizinische Intervention nicht erforderlich und die Frauen sind auch keine Patientinnen.

 

Die aktuellen Sorgen der Hebammen gehen alle an

„Alles in Ordnung“, könnte man an dieser Stelle jetzt sagen. Doch wenn man sich aktuell mit Hebammen unterhält, bemerkt man schnell Sorgenfalten auf der Stirn. Seit der Jahrtausendwende sind die Beiträge für die Haftpflichtversicherung der freiberuflichen Hebammen enorm gestiegen und bedrohen so die Existenz des Berufsstandes. Viele Hebammen haben daraufhin die Geburtshilfe aufgegeben, weil sie sich die Versicherungsbeiträge nicht mehr leisten können und bieten nur noch die Schwangerschaftsvor- und -nachsorge an. Der Deutsche Hebammenverband wehrt sich gegen diese Entwicklung und fordert seit vielen Jahren mit Nachdruck, dass die Politik endlich handelt, damit die Geburtshilfe von Hebammen und damit die freie Wahl des Geburtsortes für die werdenden Mütter in ganz Deutschland auch in Zukunft gesichert ist.

 

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Hebammen Danke zu sagen: Danke für die großartige, täglich geleistete Arbeit. Danke für die liebevolle Betreuung der Familien und vielen Dank auch für die Unterstützung unserer Vision!“

Dr. André Gerth, Vorstandsvorsitzender der Vita34 AG

Vita 34 sagt Danke!

Obwohl das Thema „Nabelschnurblut und Stammzellen einlagern“ noch immer kontrovers diskutiert wird, steht heute zweifelsohne fest, dass selbst Neugeborene zu Lebensrettern werden können. Damit kommt zu den Aufgaben der Hebammen eine weitere anspruchsvolle Routine hinzu: Gemeinsam mit den Ärzten sind sie für die korrekte Entnahme des Nabelschnurbluts verantwortlich. Vita 34 unterstützt die Hebammenarbeit so gut wir können. Regelmäßig führen die Vita 34-Außendienstmitarbeiter Entnahmeschulungen in den Kliniken und Geburtshäusern durch. Dabei wird natürlich auch immer wieder über die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Stammzellforschung informiert.

Dr. André Gerth, Vorstandsvorsitzender der Vita34 AG, sagt: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Hebammen Danke zu sagen: Danke für die großartige, täglich geleistete Arbeit. Danke für die liebevolle Betreuung der Familien und vielen Dank auch für die Unterstützung unserer Vision!“

 

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