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Diabetes: Muskelschwund stoppen und durch Sport gezielten Muskelaufbau fördern

Am 14. November ist Weltdiabetestag

Bereits vor einem Jahr hatte Vita 34 anlässlich des Weltdiabetestages „dem Zucker“ den Kampf angesagt. Doch das Thema bleibt aktuell, denn nach wie vor steigen die Erkrankungszahlen. Diabetes entwickelt sich damit weiter zu einer Volkskrankheit – genauso wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz.

Bei derzeit rund acht Millionen sich in Behandlung befindenden Zuckerkranken sind die durch Diabetes verursachten Kosten für die Gesundheits- und Sozialsysteme enorm. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) schätzt, dass die deutschen Sozialkassen jährlich circa 35 Milliarden Euro aufbringen müssen, um die Therapie und die Folgen von Diabetes zu finanzieren. Es ist daher nur zu verständlich, dass Experten fordern, Risikopatienten frühzeitig auf Diabetes zu untersuchen. Zu den Risikofaktoren für die Zuckerkrankheit zählen beispielsweise Adipositas oder eine familiäre, genetische Vorbelastung. Geschätzte zwei Millionen Deutsche wissen jedoch noch nichts von ihrer Diabeteserkrankung. Bleibt das Gesundheitsproblem zu lange unerkannt und damit unbehandelt, drohen schwere Folgeschäden wie Nierenschäden, Erblindung oder Durchblutungsstörungen, die bis hin zur Beinamputation gehen können. Auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt enorm an. Spätestens bei den klassischen Diabetes-Symptomen wie großem Durst, häufigem Harndrang, Abgeschlagenheit und schlecht heilenden Wunden sollten alle Alarmglocken läuten und umgehend der Hausarzt konsultiert werden.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rechnet vor, dass ein gut eingestellter und ansonsten gesunder Diabetespatient die Gesellschaft rund 500 Euro im Jahr kostet. Kommt es jedoch zu Komplikationen aufgrund einer zu späten Diagnose und bereits eingetretener Folgeerkrankungen, so steigen die Kosten schnell auf das Vier- bis Achtfache.

Gezielt Muskelabbau bei Diabetes verhindern

Diabetes-Typ 1-Patienten sind nicht mehr in der Lage, selbst Insulin zu produzieren, da ihr Immunsystem die für die Insulinherstellung zuständigen Inselzellen, auch Betazellen genannt, in der Bauchspeicheldrüse angegriffen und zerstört hat. Von daher konzentriert sich die Behandlung derzeit vor allem auf die Zuführung des fehlenden Insulins und die Einhaltung eines strengen Diätplanes. Doch zeigen jüngst veröffentlichte Studien der School of Medicine der McMaster University in Ontario/Kanada, dass die bisherige Standardtherapie bei Diabetes mellitus Typ 1 etwas zu kurz greifen könnte. Nach Aussagen der kanadischen Wissenschaftler ließe sich der Stoffwechsel der Patienten durch den Aufbau und den Erhalt der Muskeln gezielt verbessern. Schließlich ist die Muskulatur der größte Glukosespeicher des Körpers. Nur wenn sich diese Speicher füllen, sinkt der Blutzuckerspiegel.

Diabetes führt zu Muskelschwund, weil Muskeln bereits in einem frühen Erkrankungsstadium abgebaut werden. In Zukunft sollte die Standardbehandlung auch ein Sportprogramm zum gezielten Muskelaufbau enthalten. Das Muskelgewebe ist als Glukosespeicher ein wichtiger Faktor zum Senken des Blutzuckerspiegels.

Allerdings konnten Mediziner beobachten, dass es bei Diabetes bereits in sehr frühen Erkrankungsstadien zu einem Abbau von Muskelgewebe kommt, weil muskuläre Stammzellen verloren gehen. Damit fällt es dem Körper generell schwerer, vorhandene Muskeln zu erhalten beziehungsweise neue Muskeln aufzubauen. Das bedeutet aber auch: Zuckerkranke leiden nicht nur an einem Insulinmangel, sondern auch an einem Mangel des notwendigen Glukosespeichergewebes.

Die Wissenschaftler der McMaster University empfehlen daher mehrdimensionale Behandlungsstrategien, die den Muskelschwund stoppen und gezielt den Muskelaufbau fördern, denn nur so lässt sich die Wirkung des Insulins verbessern und die Konzentration der Glukose im Blut langfristig senken. Die naheliegende Forderung: Ein gezieltes Sportprogramm mit einer Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zum Muskelaufbau sollte daher ein weiterer, fester Baustein der Standardtherapie werden. Für all jene Patienten, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, ihre Muskulatur auf natürliche Weise durch Sport zu stärken, arbeitet die Pharmaindustrie bereits an medikamentösen Alternativen, die das muskeleigene Hormon Myostatin hemmen. Nachweislich unterdrückt es nämlich den Muskelaufbau.

Stammzellentherapie bei Diabetes

Und auch die Stammzellenforschung im Kampf gegen Diabetes läuft auf Hochtouren. In einer Pilotstudie am Diabetes Research Institut der Universität Miami gelang es, eine Patientin sogar gänzlich von Typ 1-Diabetes zu heilen. Ihr wurden die Inselzellen mittels einer speziellen Matrix auf das Bauchfell transplantiert. Diese übernehmen seither zum Teil oder komplett die Produktion von Insulin.

Allerdings existieren im Grundlagenforschungsbereich heute noch Wissenslücken, daher verfolgen Wissenschaftler auch andere Ansätze. Bereits mehrere Forscherteams, zum Beispiel aus Basel und Harvard, konnten vermelden, dass sie in der Lage sind, aus Stammzellen betazellähnliche Zellen zu züchten. Dazu nutzen die Forscher mit embryonalen Stammzellen beziehungsweise mit induzierten, pluripotenten Stammzellen zwar unterschiedliches Ausgangsmaterial, doch in beiden Fällen konnten die per Tissue Engineering kultivierten Zellen Insulin produzieren. Im nächsten Schritt gilt es nun, eine weitere Hürde zu nehmen: Bei Diabetes Typ 1 greift das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen gezielt an und zerstört sie. Das würde die Überlebensdauer der transplantierten Zellen enorm einschränken. Doch Ziel der Wissenschaftler ist es, frische Zellen nicht jeden Monat, sondern höchstens ein- bis zweimal im Jahr zu transplantieren, um so dem Körper Stress zu ersparen. Deswegen arbeiten Forscher an einer Art „Käfigmodell“. Sie wollen die künstlich gezüchteten Zellen in eine Membran einhüllen. Diese Membran muss allerdings spezifische Eigenschaften aufweisen: Sie hat einerseits für Stoffe wie Glukose oder Insulin durchlässig zu sein. Andererseits dürfen wiederum ganze Zellen wie die Immunzellen nicht hindurch gelangen. Auch muss das Material so beschaffen sein, dass es nicht zu Verklebungen oder Abstoßungsreaktionen kommt.

Einsatz von Nabelschnurblut bei der Behandlung von Diabetes und seinen Folgen

Bis diese Therapie mit Stammzellen bei Diabetes zur Standardtherapie wird, werden noch Jahre vergehen. Zunächst muss sich das beschriebene Verfahren noch in klinischen Studien beweisen, bevor überhaupt an eine behördliche Zulassung gedacht werden kann.

Stammzellen helfen heute allerdings bereits bei der Entwicklung neuer Medikamente. So werden Schmerzmittel, wie sie beim Diabetes-induzierten Neuropathieschmerz zum Einsatz kommen, längst an aus Stammzellen gezüchteten Schmerzneuronen getestet. Mit Hilfe von Stammzellen wollen Forscher auch gegen weitere Folgeerkrankung wie beispielsweise die diabetische Retinopathie vorgehen. Hier werden die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt – eine Erblindung droht. Im Labor  können Forscher bereits aus Stammzellen ein primitives Auge wachsen lassen, das unterschiedliche Zelltypen enthält: Für Linse, Netzhaut, Hornhaut und Bindehaut stünden damit Ersatzmaterialien zur Verfügung.

Ulcus cruris, das offene Bein, ist eine weitere, gefürchtete Folge von Diabetes, da Wunden hier generell schlechter heilen. Studien zeigen, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut helfen, die Komplikation in den Griff zu bekommen. Die Alleskönner-Zellen regen nämlich die Erneuerung des Gewebes an und helfen so bei Verschluss und Heilung der Wunde.

Ein großes Stück an Verbesserung der Lebensqualität lässt sich nachweislich mit Stammzellen aus der Nabelschnur bei juvenilem Diabetes erzielen. Dies konnten die ersten klinischen Studien an jungen Patienten zeigen. Vita 34 war bei der einzigen klinischen Studie in Europa mit dabei. In Zusammenarbeit mit der TU München wurde zuvor bei Vita 34 eingelagertes Nabelschnurblut nach der Diabetes-Diagnose den jungen Patienten zügig verabreicht. Dabei ging es um die Frage, ob die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen durch das eigene Nabelschnurblut aufgehalten werden kann. Die Forscher vermuteten, dass die im Nabelschnurblut enthaltenen T-Zellen, die für die Regulierung der Immunabwehr zuständig sind, die außer Kontrolle geratene eigene Körperabwehr in Schach halten und so eine weitere Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen verhindern können. Die Untersuchungen zeigten die Sicherheit der Transplantation von Nabelschnurblut und bereiteten den Weg für weiterführende Studien.

So werden heute die bestätigten Effekte, dass Nabelschnurblut zu einem verringerten Insulinbedarf führen kann, auch dadurch ergänzt, dass sich die Transplantation der Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe selbst positiv auf den Insulinbedarf auswirkt. In einer Studie gelang es, vier von 15 behandelten Patienten für gut 20 Monate vom Diabetes zu heilen. Sie produzierten körpereigenes Insulin und benötigten keinerlei Insulingaben von außen. Für weitere sieben Patienten konnte die tägliche Insulindosis in diesem Zeitraum um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Wenn Sie Fragen zum Thema „Nabelschnurblut gegen Diabetes“ beziehungsweise „Stammzellen bei Diabetes“ haben, dann melden Sie sich einfach bei den Vita 34-Experten. Unsere Service-Hotline unter 0800 – 034 00 00 (kostenfrei) ist von montags bis freitags durchgehend von 8.00 bis 19.00 Uhr erreichbar. Oder schreiben Sie uns einfach eine Mail an kundenservice@vita34.de!

 

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