Was ist die Wharton-Sulze und welche Aufgaben hat sie?

Bei der Wharton-Sulze, oftmals auch Whartonsche Sulze genannt, handelt es sich um die gallertartige Bindegewebsmasse der Nabelschnur. Sie ist nach dem englischen Arzt Thomas Wharton genannt. Die Substanz verleiht der Nabelschnur ihre große Elastizität, denn die Wharton-Sulze umschließt die Blutgefäße und schützt sie vor dem Abknicken sowie Biegebelastungen.

Die Wharton-Sulze besteht aus Kollagenen und retikulären Fasern bzw. Faserbündeln, die ein schwammartiges Gebilde formen. Darüber hinaus ist sie sehr reich an Hyaluronsäure und kann damit große Mengen Wasser speichern. Die Hyaluronsäure sorgt dafür, dass das Gewebe besonders elastisch ist und so die Schutzfunktion für die Blutgefäße übernehmen kann.

Das ungeborene Kind spielt im Mutterleib bereits mit der Nabelschnur. Auf Ultraschallbildern, insbesondere im 3D-Ultraschall, ist erkennbar, wie der Fötus die Nabelschnur zusammendrückt oder an ihr zieht. Dank der Wharton-Sulze sind diese Belastungen kein Problem.

Was befindet sich sonst noch in der Nabelschnur?

In der zwischen 50 und 60 Zentimeter langen und ein bis zwei Zentimeter dicken Nabelschnur befinden sich neben der Wharton-Sulze die Nabelvene (Vena umbilicalis) sowie die zwei Nabelarterien (Arteriae umbilicalis). Über diese Blutgefäße ist das ungeborene Kind mit dem Kreislauf der Mutter verbunden. Durch die Vene wird das Baby mit Sauerstoff versorgt und erhält alle Nährstoffe, die für sein Wachstum und seine Entwicklung wichtig sind. Über die beiden Arterien werden die Abbauprodukte des Stoffwechsels, wie beispielsweise Kohlenstoffdioxid, abtransportiert. Die Arterien winden sich dabei spiralförmig um die Vene, was zusätzlich zur Wharton-Sulze ebenfalls für Stabilität sorgt.

In der Nabelschnur verlaufen übrigens keine schmerzleitenden Nerven, weshalb nach der Geburt ein für das Baby schmerzloses Abnabeln möglich ist. Für viele frischgebackene Väter ist das Durchtrennen der Nabelschnur ein ganz besonderer Moment, den sie sich nicht nehmen lassen möchten. Dazu wird die Nabelschnur von der Hebamme oder dem Arzt zweifach mit einer Nabelklemme abgeklemmt und anschließend durchschnitten. Nach drei bis zehn Tagen fällt dann schließlich der Nabelschnurrest ab und der Bauchnabel entsteht.

Die Nabelschnur enthält nicht zuletzt durch die Wharton-Sulze besonders viele mesenchymale Stammzellen. Diese sind für Therapien im Rahmen der Regenerativen Medizin hochinteressant. Vita 34 ist die einzige Stammzellbank im deutschsprachigen Raum, die Eltern nicht nur die vorsorgliche Einlagerung von Nabelschnurblut, sondern auch von Nabelschnurgewebe ermöglicht. Damit steht dem Nachwuchs die komplette Stammzellkraft aus der Nabelschnur zur Verfügung.

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