Stammzellenentnahme

Welche Arten der Stammzellenentnahme gibt es?

Eine Stammzellenentnahme wird meist im Rahmen einer Knochenmarkspende zur Behandlung eines Krebspatienten durchgeführt. Daneben besteht zudem die Möglichkeit, direkt nach der Geburt die Stammzellen aus der Nabelschnur zu entnehmen und einzulagern. Dazu wird einfach das Blut aus der Nabelschnur aufgefangen und in flüssigem Stickstoff bei etwa -180 °C eingefroren. So ist eine sichere Aufbewahrung der Stammzellen für viele Jahre möglich. Im Kälteschlaf altern die Stammzellen nicht und bleiben jung und vital. Die Entnahme von Nabelschnurblut ist für Mutter und Kind außerdem schmerzfrei und ungefährlich.

Wie läuft eine Stammzellenentnahme bei Erwachsenen ab?

Die Stammzellenentnahme im Rahmen der Krebstherapie wird meist als Knochenmarkspende bezeichnet. Hierbei gibt es zwei mögliche Verfahren: die Knochenmarkentnahme und die periphere Stammzellenentnahme. Bei der Knochenmarkentnahme wird der Beckenknochen mithilfe einer stabilen Hohlnadel punktiert und dem Spender etwa 1 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen. Der Eingriff unter Vollnarkose dauert circa eine Stunde. Das Knochenmark bildet sich innerhalb weniger Wochen selbstständig nach.

Weit häufiger erfolgt heute jedoch die Stammzellengewinnung direkt aus dem Blut des Spenders. Dazu muss er zunächst mehrere Tage lang ein Medikament mit dem Wachstumsfaktor G-CSF (Abkürzung für Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) nehmen, welches dafür sorgt, dass sich die Blutstammzellen vermehrt teilen und aus dem Knochenmark in die Blutbahn migrieren. Die eigentliche Stammzellentnahme findet ambulant statt und ähnelt einer Dialyse. Das Blut wird zunächst aus der Armvene in einen Zellseparator und anschließend über die zweite Armvene zurück in die Blutbahn geleitet. Werden dabei nicht genug Stammzellen gewonnen, muss der Vorgang am nächsten Tag wiederholt werden. Im Schnitt dauert diese Art der Stammzellenentnahme zwischen drei und vier Stunden.

Welche Krankheiten können mit Stammzellen behandelt werden?

Bislang findet eine Stammzellenentnahme hauptsächlich im Rahmen der Therapie von Leukämie und anderen Krebsarten statt. Die gespendeten Blutstammzellen werden dem Patienten nach einer Chemotherapie zugeführt und sorgen von nun an für eine gesunde Blutbildung. Daneben arbeitet die Stammzellforschung an weiteren Einsatzmöglichkeiten für die Stammzellentherapie – beispielsweise bei Diabetes, Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose, Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

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Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

Alleskönner zum Regenerieren, Spezialisieren & Reparieren
Als einmalige Stammzellquelle ein kostbares Gut

Nabelschnurblut

Im Blutkreislauf Ihres Babys befinden sich Millionen Stammzellen. Nach dem Abnabeln bleibt ein Rest dieses stammzellreichen Blutes in der Nabelschnur zurück. Zwischen 60 und 200 Milliliter des kostbaren Gutes "Nabelschnurblut" können bei einer Punktion der Nabelschnurvene gewonnen werden. Die Gewinnung der Nabelschnurblut-Stammzellen ist einfach, sicher, schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Und noch ein Vorteil: Die Stammzellen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig intakt, in der Regel virenfrei, äußerst agil und teilungsfreudig.

Gute Gründe für das Einlagern von Nabelschnurblut

  • Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe sind einfach und sicher zu gewinnen.
  • Kryokonserviert altern die Nabelschnurblut-Stammzellen nicht und behalten ihre vitalen Eigenschaften.
  • Für den eigenen Körper sind sie am besten verträglich - das Gewebe stimmt zu 100 Prozent überein.
  • Dass keine Abstoßungsreaktionen auftreten, ist vor allem für die Regenerative Medizin ein großer Vorteil.
  • Einmal eingelagert, können die Nabelschnurblut-Stammzellen unter Umständen auch für erkrankte Geschwister Hilfe bedeuten.
  • In klinischen Studien werden weltweit neue Therapien und Anwendungsgebiete erprobt.