Pluripotente Stammzellen

Was sind pluripotente Stammzellen?

Pluripotente Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in jeden Zelltyp des Organismus auszudifferenzieren und sind deshalb von großem Interesse für die Wissenschaft. Natürlicherweise sind dazu nur die embryonalen Stammzellen in der Lage, während adulte Stammzellen sich nur in eine begrenzte Anzahl an Gewebearten entwickeln können, also multipotent sind.

Die Forschung erhofft sich, mit pluripotenten Stammzellen gezielte Therapie- und Heilungsmöglichkeiten bei einer Vielzahl von Erkrankungen wie z. B. Chorea Huntington oder der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) entwickeln zu können. Doch bevor diese Stammzellen in der Stammzelltherapie eingesetzt werden können, muss noch ihre Wirksamkeit bei der Heilung von Krankheiten sowie ihre Unbedenklichkeit in Hinsicht auf ein Krebsrisiko in umfassenden klinischen Studien nachgewiesen werden.

Induzierte pluripotente Stammzellen – eine ethisch vertretbare Alternative?

Ende 2007 gelang es Forschern, humane adulte Stammzellen durch das Einschleusen von vier bestimmten Genen so zu verändern, dass sie die Eigenschaften embryonaler Stammzellen erlangten. Die durch diese Reprogrammierung erzeugten Zellen werden als induzierte, pluripotente Stammzellen bezeichnet.[1] Sie haben den Vorteil, dass sie ethisch und rechtlich weit weniger umstritten sind, da sie nicht aus Embryonen gewonnen werden. Die genetische Veränderung der Zellen kann jedoch unvorhersehbare Anomalien, Mutationen und schließlich die Entstehung von Tumoren zur Folge haben[2], weshalb sie momentan nicht zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden können.

Wissenschaftler arbeiten jedoch an alternativen Herstellungsverfahren, um diese Risiken zu minimieren. Interessant sind die induzierten, pluripotenten Stammzellen vor allem für die medizinische Forschung, da man sich erhofft, mit ihnen das Problem der Immunabstoßung bei der Stammzelltherapie umgehen zu können.

 

Quellen:

  • [1]: Takahashi K.; Yamanaka, S.: Induction of pluripotent stem cells from mouse embryonic and adult fibroblast cultures by defined factors. In: Cell. Band 126, Nummer 4, August 2006, S. 663–676. DOI:10.1016/j.cell.2006.07.024
  • [2] vgl. u.a. Cyranoski, D.: Stem cells: 5 things to know before jumping on the iPS bandwagon. In: Nature. 452, 406-408 (2008). DOI: 10.1038/452406a sowie Baker, M.: Correspondence: iPS cell safety data needs tracking. In: Nature Blogs The Niche. 04.06.2009

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