Mesenchymale Stammzellen

Welche Eigenschaften haben mesenchymale Stammzellen?

Mesenchymale Stammzellen sind im Körper für den Erhalt und die Regeneration unter anderem des Bindegewebes, der Knochen, Knorpel und der Muskeln zuständig. Sie können aus vielen Gewebearten des Organismus isoliert und weiter verarbeitet werden, was sie besonders interessant für die Forschung macht. Außerdem zählen sie zu den adulten Stammzellen – sie sind also multipotent und haben die Fähigkeit, sich in verschiedene Gewebe auszudifferenzieren. Einzelne Forschungen zeigen, dass sie sich nicht nur in skelettales Gewebe entwickeln können, sondern auch in Nerven- oder Herzzellen[1]. Doch zunächst sind hier weitere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu verifizieren.

Bei der Behandlung von Leukämie ist eine Transplantation von blutbildenden Stammzellen zur standardisierten Therapie geworden. Das langfristige Ziel der Forscher ist klar abgesteckt: Mesenchymale Stammzellen sollen später genauso zur Option einer Standardtherapie bei Arthrose, Rheuma oder schweren Verbrennungen gehören wie das heute schon bei den blutbildenden Stammzellen bei einer Leukämie möglich ist.

Mögliche Einsatzgebiete in der Medizin

Wissenschaftler erhoffen sich, langfristig auch die mesenchymalen Stammzellen für die Therapie von schweren Krankheiten einsetzen zu können. Besonderes Interesse gilt dabei in erster Linie degenerativen Erkrankungen von Knochen und Knorpeln. Gesunde Knorpel ermöglichen eine schmerzfreie Bewegung der Gelenke. Nach einer Schädigung gelingt es ihnen nicht immer, sich selbst entsprechend zu regenerieren. Eine schmerzhafte Arthrose ist dann die Folge. Die einzige Alternative, ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen, ist das Einsetzen eines künstlichen Gelenks.

In klinischen Studien[2] wird derzeit untersucht, inwiefern eine Injektion von mesenchymalen Stammzellen die Regeneration eines geschädigten Knorpels und damit eines eingeschränkt funktionierenden Gelenks unterstützen kann. Eine weitere Einsatzmöglichkeit könnte sich für die Therapie von Herzkrankheiten und Herzinfarkten ergeben, da in Tierversuchen herausgefunden wurde, dass mesenchymale Stammzellen die Bildung neuer Blutgefäße anregen, welche bei einem Herzinfarkt in großer Zahl zerstört werden. Erforscht wird zudem, ob sie eventuell die Vermehrung von Immunzellen im Körper verlangsamen und sich so positiv auf Entzündungen auswirken können. In diesem Fall könnten sie zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen[3] eingesetzt werden und eine Abstoßungsreaktion bei Organtransplantationen verringern.

 

Quellen:

  • [1] vgl. u.a. Hansson, E. M.; Lindsay, M. E.; Chien, K. R.: Regeneration Next: Toward Heart Stem Cell Therapeutics. In: Cell Stemm Cell. Volume 5, Issue 4, p364–377. 10/ 2009. DOI: 10.1016/j.stem.2009.09.004
  • [2] vgl. u.a. Liming, W.; Lihua, W.; Xiuli, C. (et al): Human Umbilical Cord Mesenchymal Stem Cell Therapy for Patients with Active Rheumatoid Arthritis: Safety and Efficacy. In: Stem Cells and Development 2013 22 24 , 3192 -3202.
  • [3] vgl. u.a. U.S. National Institutes of Health: Feasibility Study of Human Umbilical Cord Tissue-Derived Mesenchymal Stem Cells in Patients With Multiple Sclerosis. NCT02034188

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