Immundefekte bzw. Immundefizienz

Ursachen, Symptome, Behandlung und Therapie

Immundefekte: Ursachen und Symptome

Unter dem Begriff Immundefekte wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefasst, die durch eine vorübergehende oder irreversible Schwächung des Immunsystems gekennzeichnet ist. Durch diese Schwächung kann der Körper sich nicht richtig gegen Krankheitserreger wehren, weshalb es zu häufigen Infektionen kommt, die schwer zu behandeln sind. Es gibt einerseits den angeborenen Immundefekt, der aufgrund eines Gendefektes oder einer Fehlbildung besteht. Beispiele für diese primären Immundefekte sind das Wiskott-Aldrich-Syndrom und SCID. Störungen des Immunsystems können jedoch auch erst im Laufe des Lebens entstehen, in diesem Fall spricht man von einem erworbenen Immundefekt. Zu den weltweit am häufigsten auftretenden, erworbenen Immundefekten zählen AIDS, welches durch das HI-Virus ausgelöst wird, sowie Leukämie, die durch eine gestörte Blutbildung verursacht wird.

Behandlung und Therapie von Immundefekten

Die Behandlung der Immundefekte richtet sich nach der Art der Erkrankung. So werden etwa fehlende Antikörper durch eine Immunglobulintherapie zugeführt. Die Antikörper, auch Immunglobuline genannt, werden dazu aus Spenderblut gewonnen und dem Patienten entweder intravenös durch eine Infusion verabreicht oder subkutan unter die Haut gespritzt. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass der Patient sie nach einer intensiven Einweisung zuhause selbst durchführen kann und so nicht durch häufige Klinikbesuche in seinem Alltagsleben eingeschränkt wird. Auch können spezielle Medikamente die Entstehung von opportunistischen Infektionen, also durch überall vorkommende Bakterien oder Pilze hervorgerufene Infektionen, verhindern. Diese Infektionen bereiten gesunden Menschen keine Probleme, bei Menschen mit Immundefekt lösen sie jedoch eine Erkrankung aus.

Die Stammzellforschung hat weitere Therapiemöglichkeiten hervorgebracht

Bei primären Immundefekten oder wenn die vorangegangene Therapie nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, ist die Stammzelltransplantation eine weitere Alternative. Sie wird bereits seit den späten 60er Jahren hauptsächlich zur Behandlung von Leukämie und anderen Krebsarten durchgeführt. Hierbei wird zunächst durch eine Chemotherapie das Immunsystem vollständig zerstört, damit die blutbildenden Stammzellen eines Spenders, die anschließend zugeführt werden, ein neues, gesundes Abwehrsystem aufbauen können. Eine solche Stammzelltransplantation bringt allerdings erhebliche Risiken wie Abstoßungsreaktionen und lebensgefährliche Infektionen mit sich. Bei vielen Immundefekten ist sie jedoch die einzige Möglichkeit einer dauerhaften Heilung, weshalb Wissenschaftler stets nach Möglichkeiten forschen, diese Risiken zu minimieren.

In eigener Sache: Vita 34 hat bereits Stammzellen im Rahmen der Behandlung von Immundefekten bereitgestellt

Stammzellen aus bei Vita 34 eingelagerten Stammzelldepots wurden im Rahmen der Behandlung einzelner Patienten mit Immundefekten eingesetzt, z. B.:

  • Wiskott-Aldrich-Syndrom: ein Junge (3 Jahre) mit den Stammzellen eines Geschwisterkindes
  • Schwerer, kombinierter Immundefekt (SCID): ein Mädchen (1 Jahr) mit allogenen Stammzellen

 

Studien und Quellen zur den unterschiedlichen Formen der Immundefekte:

  • SCID: Vgl. u. a.: Pai, S.-Y.;Logan, B. R.; Griffith, L. M. (et al.): Transplantation Outcomes for Severe Combined Immunodeficiency, 2000–2009. IN: N Engl J Med 2014; 371: 434-446. DOI: 10.1056/NEJMoa1401177
  • Wiskott-Aldrich-Syndrom: Vgl. u. a.: Ozsahin, H.; Cavazzana-Calvo, M.; Notarangelo, L. (et al.): Long-term outcome following hematopoietic stem-cell transplantation in Wiskott-Aldrich syndrome: collaborative study of the European Society for Immunodeficiencies and European Group for Blood and Marrow Transplantation. IN: Blood, 111 (1), 2008. DOI: 10.1182/blood-2007-03-076679.
    und Aiuti, A.; Biasco, L., Scaramuzza, S. (et al.): L entiviral Hematopoietic Stem Cell Gene Therapy in Patients with Wiskott-Aldrich Syndrome. IN: Science, Vol. 341 no. 6148, 23 August 2013. DOI: 10.1126/science.1233151
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