HIV (Humanes Immundefizienz-Virus)

Ursachen, Symptome, Behandlung und Therapie

HIV – Ursachen, Symptome

Eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (kurz: HIV) führt unbehandelt nach einer mehrjährigen Latenzphase zu AIDS, dem erworbenen Immundefektsyndrom (in Englisch: Acquired Immune Deficiency Syndrome). Der HI-Virus gehört zu den komplexen Retroviren, der die T-Helferzellen des Immunsystems angreift. Das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut und Sperma übertragen. Die häufigsten Ursachen einer HIV-Infektion sind daher ungeschützter Geschlechtsverkehr sowie das Benutzen von verunreinigtem Drogenbesteck. Jedoch ist eine Übertragung des Virus auch durch eine Bluttransfusion möglich. Eine infizierte Schwangere kann ihr Kind bei der Geburt oder schon während der Schwangerschaft anstecken. Das Risiko lässt sich heute auf ein Minimum eingrenzen, wenn die Frau frühzeitig Zugang zur antiretroviralen Therapie hat.

Die Symptome einer Infektion mit HIV sind von Stadium zu Stadium unterschiedlich. Nach der Infektion gibt es zunächst eine Latenzphase, die etwa drei bis sechs Wochen beträgt. In der ersten Akutphase zeigt der Patient Symptome wie Nachtschweiß, Abgeschlagenheit, Fieber sowie Gelenkschmerzen und Hautausschläge. Die HIV-Symptome ähneln denen einer Grippe, sodass viele HIV-Infizierte gar nicht ahnen, dass sie sich angesteckt haben. Die erste akute Phase kann bis zu vier Wochen andauern, daraufhin folgt eine meist mehrjährige Latenzphase. Sie zeigt sich lediglich in veränderten Blutwerten, denn im Laufe der Jahre nimmt die Anzahl der gesunden T-Helferzellen ab. Die Immunschwäche manifestiert sich somit meist unbemerkt.

Der weitere Verlauf äußert sich durch gehäufte Erkrankungen, die auf das geschwächte Immunsystem zurückzuführen sind. Bleibt die Infektion weiterhin unbehandelt, kommt es zu einem schweren Immundefekt und das Vollbild AIDS bricht aus. Der Patient kann sich nicht mehr gegen sogenannte opportunistische Infektionen wehren. Diese werden durch Viren, Bakterien, Pilze sowie andere Parasiten ausgelöst. Überdies treten verschiedene Krebserkrankungen wie Lymphdrüsenkrebs oder das Kaposi-Sarkom auf. Das Wasting-Syndrom, das heißt die ungewollte Gewichtsabnahme, und eine HIV-Enzephalopathie (Gehirnerkrankung) gehören ebenso zu den Symptomen, die letztendlich zum Tod des HIV-Infizierten führen.

HIV – Therapie und Behandlung

Die Therapie und Behandlung einer HIV-Infektion erfolgt auf jeden Patienten individuell zugeschnitten. Da die Heilung nicht möglich ist, zielen die Maßnahmen auf die Steigerung der Lebensqualität und -erwartung. Die antiretrovirale Therapie ist darauf ausgelegt, die Symptome zu lindern, das Immunsystem zu stärken und die weitere Vermehrung des HI-Virus zu verhindern. Damit reduziert sich das Risiko, dass Patienten die Krankheit weitergeben können, denn oftmals sinkt die Viruslast unter die Nachweisgrenze. Dank der antiretroviralen Therapie ist HIV beherrschbar geworden. Es handelt sich in den Industrienationen nur noch um eine chronische Krankheit, bei der die Patienten ein Leben lang einen Medikamentencocktail einnehmen müssen. Nur sehr selten erkranken HIV-Infizierte hierzulande noch am Vollbild AIDS.

Stammzellenforschung – Hoffnung auf Heilung von HIV-Infizierten

Die Stammzellenforschung hat bereits Erfolge im Kampf gegen AIDS gefeiert, als der sogenannte „Berliner Patient“ mittels einer Stammzellentransplantation geheilt wurde. Noch immer ist dieser Erfolg weltweit einmalig, das heißt, es gibt bislang bei mehr als 30 Millionen HIV-Infizierten nur einen einzigen Patienten, der nachweislich dauerhaft von HIV geheilt wurde.

Der Berlin Patient entwickelte aufgrund seiner Immunschwäche auch eine Leukämie. Für ihn wurde ein Stammzellenspender gefunden, der sowohl genügend ähnliche HLA-Merkmale als auch eine Mutation im CCR5-Gen aufwies. Die Mutation verhindert, dass HI-Viren in die T-Zellen eindringen und diese „kapern“ können. Diese ganz besonderen Spender-Stammzellen bauten nicht nur die durch die Leukämie geschädigte Blutbildung nach der intensiven Chemotherapie und Bestrahlung wieder auf, sondern machten den Berliner Patienten auch immun gegen den HI-Virus. Die Methode wurde noch mehrfach angewandt, jedoch kam es immer wieder zu Rückschlägen und Komplikationen. Der Erfolg konnte bislang nicht wiederholt werden. Das Verfahren zeigt jedoch, dass sich eine HIV-Infektion prinzipiell mit Stammzellen bekämpfen ließe. Die Wissenschaftler suchen dennoch nach weiteren Optionen im Kampf gegen HIV und AIDS.

Eine Möglichkeit sehen sie in der molekularbiologischen Methode des Genome Editings. Hierbei können mittels eines Enzyms bestimmte Abschnitte der DNA aus einer Zelle herausgeschnitten, aber auch gewünschte Fragmente eingefügt werden. Aktuell werden zwei Verfahren getestet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bei der „Genschere“ fügen die Wissenschaftler die Besonderheiten der Mutation im CCR5-Gen in die Stammzellen des Patienten ein. Die Zellen wären ab diesem Zeitpunkt vor dem HI-Virus geschützt. Da aus den hämatopoetischen Stammzellen auch die Zellen des Immunsystems gebildet werden, würde das Virus immer weniger geeignete Wirtszellen vorfinden.

Beim sogenannten „Genradiergummi“ dagegen sorgt ein Mechanismus in den Zellen dafür, dass das vom HI-Virus eingebrachte Genom beständig entfernt wird. Da bei dieser Methode eine Mehrfachinfektion der Zelle nicht ausgeschlossen ist, warnen Experten vor den Folgen einer mehrfachen Genmanipulation.

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Stammzellen

Stammzellen sind die Bausteine des Lebens. Jede der über 100 Billionen Körperzellen eines Erwachsenen geht aus einer Stammzelle hervor. Durch Vermehrung und Differenzierung der Stammzellen entstehen mehr als 200 verschiedene Zellarten. Die natürlichen Aufgaben von Stammzellen sind Aufbau, Regeneration und Reparatur. Diese Fähigkeiten der Stammzellen nehmen – ausgehend von der befruchteten Eizelle – bereits während der Embryonalentwicklung und später während des gesamten Lebens kontinuierlich ab. Dies erklärt, weshalb gerade junge Stammzellen für eine medizinische Anwendung von besonderem Interesse sind.

Alleskönner zum Regenerieren, Spezialisieren & Reparieren
Als einmalige Stammzellquelle ein kostbares Gut

Nabelschnurblut

Im Blutkreislauf Ihres Babys befinden sich Millionen Stammzellen. Nach dem Abnabeln bleibt ein Rest dieses stammzellreichen Blutes in der Nabelschnur zurück. Zwischen 60 und 200 Milliliter des kostbaren Gutes "Nabelschnurblut" können bei einer Punktion der Nabelschnurvene gewonnen werden. Die Gewinnung der Nabelschnurblut-Stammzellen ist einfach, sicher, schmerzfrei und ohne Risiko für Mutter und Kind. Und noch ein Vorteil: Die Stammzellen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig intakt, in der Regel virenfrei, äußerst agil und teilungsfreudig.

Gute Gründe für das Einlagern von Nabelschnurblut

  • Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe sind einfach und sicher zu gewinnen.
  • Kryokonserviert altern die Nabelschnurblut-Stammzellen nicht und behalten ihre vitalen Eigenschaften.
  • Für den eigenen Körper sind sie am besten verträglich - das Gewebe stimmt zu 100 Prozent überein.
  • Dass keine Abstoßungsreaktionen auftreten, ist vor allem für die Regenerative Medizin ein großer Vorteil.
  • Einmal eingelagert, können die Nabelschnurblut-Stammzellen unter Umständen auch für erkrankte Geschwister Hilfe bedeuten.
  • In klinischen Studien werden weltweit neue Therapien und Anwendungsgebiete erprobt.