Autismus

Ursachen, Symptome, Behandlung und Therapie

Autismus: Ursachen und Symptome

Autismus bezeichnet eine psychische Erkrankung, die zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zählt. Die Ursachen dieser Erkrankung sind nicht geklärt. Experten vermuten jedoch einen vorgeburtlichen, also pränatalen, Ursprung. Neuere Studien verhärten die These der sogenannten „Atypischen Konnektivität“, bei der sowohl Bereiche höherer als auch Bereiche niedrigerer Aktivität im Gehirn nachgewiesen werden konnten. Verschiedene Gehirnbereiche besitzen demnach auch eine verminderte Synchronisation untereinander. Diese „Atypische Konnektivität“ könnte das besondere Verhalten von autistischen Personen in Bezug auf das Erfassen von Zusammenhängen erklären.

Grundsätzlich ist beim Autismus zwischen drei Arten zu unterscheiden: Frühkindlicher Autismus, Atypischer Autismus und Asperger-Syndrom. Die Symptome dieser Autismus-Arten sind ähnlich. Alle Formen äußern sich durch abweichende soziale Interaktion und Kommunikationsmuster sowie stereotypische, sich wiederholende Interessenbereiche und Aktivitäten. Oftmals kommt es aufgrund letzterer Eigenart zu einer sogenannten „Inselbegabung“. Der Betroffene beschäftigt sich dabei über einen längeren Zeitraum sehr intensiv mit ein und demselben Thema und entwickelt so besondere Fähigkeiten und hohes Wissen auf seinem Spezialgebiet. Anzeichen eines frühkindlichen Autismus‘ sind eine verzögerte Sprachentwicklung sowie gegebenenfalls motorische Beeinträchtigungen, die mit weiteren Behinderungen einhergehen. Des Weiteren wird hier nach geistigem Leistungsvermögen klassifiziert, was in Abhängigkeit vom Intelligenzquotienten erfolgt. Der atypische Autismus weicht in einigen Merkmalen von denen der frühkindlichen Variante ab und tritt erst nach dem dritten Lebensjahr in Erscheinung. Beim Asperger-Syndrom zeigen sich keinerlei Störungen in der Sprachentwicklung, jedoch sind Menschen mit dem Syndrom häufiger motorisch ungeschickt.

 

Autismus: Behandlung und Therapie

Die tiefgreifende Entwicklungsstörung kann aufgrund der nicht vollständig geklärten Ursachen nicht geheilt werden. Für eine Behandlung in Frage kommen eine Verhaltenstherapie, ein Elterntraining, das ihnen den Umgang mit dem autistischen Kind erleichtern soll, sowie eine medikamentöse Behandlung von auftretenden Depressionen, Ängsten, Zwängen, neuronalen Störungen sowie aggressiven Verhaltensstörungen. Überdies wird oftmals eine Musik-, Massage- und Kunsttherapie empfohlen. Auch Therapien mit Tieren können die Stimmung und Kontaktfähigkeit der Autisten positiv beeinflussen. Sämtliche Therapieformen sollen grundsätzlich soziale Kompetenzen steigern und die Selbstständigkeit erhöhen. Bei Kindern mit Sprachstörungen wird ein Logopäde die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

 

Stammzellentherapie – Hoffnung auf Heilung

Die Heilung von Autismus ist bislang nicht möglich. Die Krankheit gehört zu den ungelösten Problemen der Wissenschaft. Die Stammzellenforschung versucht jedoch, auch Autisten zu helfen. Bei Autismus scheint das Immunsystem eine gewisse Rolle zu spielen. Hier soll die Nabelschnurblut-Therapie ansetzen, denn man weiß, dass die jungen, neonatalen Stammzellen in der Lage sind, ein „hyperaktives“ Immunsystem zu beruhigen und wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Andere Forscher hoffen, dass die Stammzellen vorhandene, neuronale Schäden reparieren und für eine bessere Vernetzung von Gehirnzellen sorgen könnten.

Erste klinische Studien zur Stammzellentherapie bei Autismus haben bereits begonnen. Jedoch gibt es hier noch keine belastbaren Ergebnisse.

Bis feststeht, dass die Therapie mit Stammzellen Autisten wirklich helfen kann, wird noch einige Zeit vergehen. In der Zwischenzeit versuchen Wissenschaftler aus aller Welt, die Ursachen der Erkrankung zu finden. Eine große Hilfe hierbei sind ebenfalls Stammzellen. So haben Forscher aus Hautzellen von Autisten und gesunden Vergleichspersonen induzierte, pluripotente Stammzellen gewonnen. Diese regten sie an, sich zu Zellen des Telenzephalons zu entwickeln. Mit dem Begriff bezeichnen Experten den Vorläufer des Großhirns am Anfang der Embryonalgenese. Der Vergleich der Minigehirne in der Petrischale zeigte, dass Autisten häufig an Makrozephalie leiden. Die Vorläuferzellen der Großhirn-Neurone teilten sich bei ihnen schneller als erwartet. Dieses Wachstum wiederum behinderte die Aktivität anderer Neurone. Es kam außerdem zu einer vermehrten Bildung von Zellfortsätzen (Neuriten) und Synapsen.

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