Geschichte der Stammzellen

Seit 60 Jahren werden Stammzellen zur Behandlung schwerer Erkrankungen eingesetzt. Schon im Jahr 1957 wurde die erste Übertragung körperfremden Knochenmarks bei Strahlungsopfern vorgenommen. Und etwa 10 Jahre später konnte gezielt die erste Anwendung von fremden (allogenen) Stammzellen bei erblichen Immunschwächekrankheiten dokumentiert werden.

Seit 1988 werden Stammzellen bei Störungen der Blutbildung, Erkrankungen des Immunsystems und vor allem bei Krebsleiden eingesetzt. Der Einsatz im Rahmen einer onkologischen Behandlung ist nach einer Hochdosis-Chemotherapie notwendig, um so das blutbildende System und Immunsystem wieder herzustellen. Die Transplantation bei Tumorerkrankungen gehört seit der Etablierung der klassischen Stammzellmedizin zu den häufigsten Anwendungsgebieten. Dabei gehört das Neuroblastom mit ca. acht Prozent zu den häufigsten bösartigen Neubildungen im Kindesalter. Auch Vita 34 konnte hier einen Beitrag leisten. Im Jahr 2015 wurde ein kleines 5-jähriges Mädchen aus Spanien, das an einem Neuroblastom erkrankt war, mit ihren zuvor bei Vita 34 eingelagerten Stammzellen behandelt.

 

 

Bis heute wurden die bei Vita 34 eingelagerten und für die medizinische Therapie hochwertig aufbereiteten Stammzelldepots bereits 30 Mal bei Patienten klinisch angewendet. Die behandelnden Ärzte haben unsere Nabelschnurblut-Präparate bei Erkrankungen des Immunsystems (z.B. Wiskott-Aldrich-Syndrom) und bei Stoffwechselstörungen (z.B. Typ-1-Diabetes), bei kindlichen Hirnschädigungen (z.B. Zerebralparese), bei onkologischen (z.B. Multiple Myelome, Neuroblastom) und hämatologischen Erkrankungen (z.B. Blutbildungsstörungen, Beta-Thalassämie) sowie im Rahmen einer klinischen Studie zu Typ-1-Diabetes angewendet. Diese herausragende Anwendungsquote von zuvor zur Eigenvorsorge eingelagerten Stammzelldepots ist einzigartig in Deutschland und ein Beleg für die hohe Qualität der Stammzellpräparate bei Vita 34.

Autologe Anwendungen sind sinnvoll zur Behandlung aplastischer Anämien, Krebserkrankungen des Knochenmarks (z.B. Plasma-Zell-Leukämie, Morbus Waldenström) oder Soliden Tumoren (z.B. Retinoblastom) oder bei Stoffwechselstörungen. Darüber hinaus wird der Schwerpunkt für den Einsatz körpereigener Stammzellen – insbesondere aus der Nabelschnur – zukünftig vermehrt im Bereich der Regenerativen Medizin (d.h. der Regeneration von Knochen-, Knorpel-, Muskel- und Nervengewebe oder der Behandlung von Autoimmunerkrankungen) liegen.

 

Stammzellen aus Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe bewähren sich bereits heute in klinischen Studien.

 

Derzeit ist die Wissenschaft überaus bestrebt, neue klinische Bereiche für die Anwendung von Stammzellen zu erforschen. Auch Vita 34 zeichnet sich durch eine Vielzahl an Forschungsaktivitäten aus. Um die medizinischen Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblutstammzellen zu untersuchen und neue Zellprodukte zu entwickeln, engagiert sich Vita 34 aktiv in der angewandten Stammzellforschung und arbeitet mit zahlreichen renommierten Forschungsinstituten und Universitäten zusammen.

„Wir sind überzeugt davon, dass die Stammzellenforschung auch weiterhin große Fortschritte macht und völlig neue Möglichkeiten entstehen, auch die großen Volkskrankheiten oder vermehrt im Alter auftretende Erkrankungen therapieren zu können.“ 

Dr. Andrè Gerth (Vorstandsvorsitzender Vita 34)

So konnte von 2008 bis 2012 eine klinische Studie für erkrankte Kinder mit Typ-1-Diabetes unterstützt werden, die heute als wichtige Grundlage für die weiteren therapeutischen Entwicklungen gilt. Derzeit wird eine mögliche vorbeugende Wirkung von Nabelschnurblut-Transplantation diskutiert und in einer großangelegten Studie untersucht, ob die Transplantation körpereigenen Nabelschnurblutes bei Hochrisikokindern einen Ausbruch des Typ-1Dabetes verhindern kann.

Das Potential von Stammzellen aus der Nabelschnur ist enorm und bietet Zugang zu völlig neuen Therapieoptionen im Bereich der individualisierten, regenerativen Medizin. Führende Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass in Zukunft jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens eine Therapie auf Basis von Stammzellen benötigen wird.