Arthrose: Ursachen und Symptome

Als Arthrose wird allgemein ein über das altersübliche Maß hinausgehender Gelenkverschleiß bezeichnet. Sie kann beispielsweise durch traumatisch bedingte oder angeborene Fehlstellungen sowie übermäßige Belastungen, etwa durch Übergewicht, verursacht werden. Auch kann sie als Folge anderer Erkrankungen wie Osteoporose oder Gelenkentzündungen entstehen. Die Arthrose ist die weltweit am häufigsten auftretende Gelenkerkrankung und kann grundsätzlich jedes Gelenk betreffen. Bei Patienten in Deutschland tritt sie jedoch besonders häufig im Kniegelenk auf. Im Verlauf der Krankheit kommt es zunächst zu einer Schädigung des Knorpels sowie später zu Veränderungen am Knochen. Zu den häufigsten Symptomen gehört der teilweise heftige Belastungsschmerz. Der Intensität der Schmerzen korreliert dabei jedoch nicht unbedingt mit der feststellbaren Schädigung des Gelenks.

Therapie und Behandlung der Arthrose

Die Therapie der Arthrose zielt vor allem auf die Schmerzlinderung und die Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit ab. So können zunächst mit orthopädischen Hilfen die Gelenke entlastet werden. Außerdem empfehlen sich neben belastungsarmen Sportarten wie Schwimmen und Radfahren auch Krankengymnastik und physiotherapeutische Anwendungen, wie Massagen und Wärme- bzw. Kältebehandlungen. Dadurch wird die Muskulatur gestärkt und so das erkrankte Gelenk gestützt. Ist die Arthrose bereits so weit fortgeschritten, dass diese Maßnahmen sowie die Gabe von Schmerzmitteln nicht mehr ausreichen, ist meist ein operativer Eingriff nicht mehr vermeidbar. Sind auch hier alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, bleibt in letzter Konsequenz nur ein künstlicher Gelenkersatz.

Neue Therapiemöglichkeiten durch die Stammzellforschung?

Etwa fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an Arthrose. Da aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft voraussichtlich immer mehr Menschen davon betroffen sein werden, sind Forscher auf der Suche nach neuen Heilmethoden und Alternativen zum künstlichen Gelenkersatz. Besonderes Interesse gilt dabei den mesenchymalen Stammzellen, da diese recht einfach aus dem Fettgewebe der Patienten entnommen und im Labor weiter verarbeitet werden können. Mesenchymale Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in Abhängigkeit von ihrer Umgebung beispielsweise in Knochen- oder Knorpelgewebe zu differenzieren. In klinischen Studien konnten bereits erste Erfolge erzielt werden.[1] So verbesserte sich die Mobilität der Patienten erheblich, nachdem ihnen die Stammzellen in das erkrankte Gelenk injiziert wurden. In Zukunft könnte dadurch bereits bei jüngeren Patienten der Verlauf der Arthrose stark verlangsamt werden, sodass ein Gelenkersatz erst wesentlich später oder gar nicht notwendig wird.

 

Quellen:

  • [1] Vgl. Frisbie, D.; Kisiday, J. Kawcak, C. (et al): Evaluation of adipose-derived stromal vascular fraction or bone marrow-derived mesenchymal stem cells for treatment of osteoarthritis. IN: J Orthop Res. 2009 Dec;27(12):1675-80. DOI: 10.1002/jor.20933.